Hier ist noch nachzuholen, daß in den letzten Tagen vor dem Eintreffen der ersten Russen ein bisher im Industriehof als Schuppen benutzter Block in aller Eile umgebaut wurde. Der erste Raum wurde zum Auskleideraum und die daranstossenden durch Verschalungen abgeteilten Zellen als ärztliche Untersuchungszimmer eingerichtet. Das erste dieser Zimmer enthielt neben dem Tisch für den Arzt noch einen weiteren Tisch mit Blumen geschmückt. Alles war weiß gehalten, selbst weiße Tischtücher fehlten nicht. Zerstäubte Desinfektionsmittel mußten den Eindruck erwecken, daß hier ein ärztlicher Untersuchungsraum war.
Im daranstoßenden Raum wurde der zu Untersuchende gewogen und gemessen, zu welchem Zweck er sich vor einer Tafel mit Skala und Meßklotz aufzustellen hatte. Nichts verriet ihm, daß er sich in einer mit allen Raffinessen ausstaffierten Anlage zum Massenmord befand, Der untersuchende Pseudoarzt im weißen Kittel war ein SS- Mann, der nur die Sekunden dauernde Untersuchung markierte. Der ,, Untersuchte" wurde dann durch die schallgedämpfte Tür in den Meẞraum befohlen, wo er die von militärischen Musterungen bekannten Messungen über sich ergehen lassen mußte.
Hinter der Skala mit dem Meßklotz hielt sich ein SS- Mann verborgen, der den Untersuchten" in dem Augenblick durch einen Genickschuß erledigte, wo ihm der Meßklotz auf den Kopf fiel. Der Kugelfang war durch eine Draperie dem Opfer unsichtbar gemacht. Der durch Genickschuß Ermordete fiel auf eine schiefe Ebene und rutschte in den daneben liegenden Leichenraum, wo kriminelle Häftlinge ihres Amtes walteten und die Leichen am laufenden Band in die kürzlich eingetroffenen fahrbaren Verbrennungsöfen beförderten.
Damit die Schüsse und Schreie nicht gehört werden sollten, wurde das Radio eingestellt, welches ununterbrochen mit höchster Lautstärke eine Radaumusik wiedergab. Die Mörderbande im Ärztekittel wurde vom Kommandanten Loritz mit Zigaretten und Spirituosen reichlich versehen und dauernd unter Alkohol gehalten, auch ein Grammophon wurde angestellt, damit die Schreie der nicht sofort Getöteten erstickt wurden.
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Die ersten Morde an den Russen liefen nach dem Abendappell des 2. September an und wurden bis zum nächsten Morgen die Nacht hindurch fortgesetzt. Weil die Öfen diese Opfer nicht hatten vernichten können, lagen noch am nächsten Tage einige Hundert Tote im Leichenraum. Als die Arbeiten auf dem Industriehof begonnen hatten, entdeckten einige in der Nähe der Mordbaracke beschäftigte Häftlinge, daß sich an der Rückwand ein mit Blut angefüllter Teich gebildet hatte. Der politische Häftling Hermann Dettmer( ein Lübecker) wurde beauftragt, einen Graben zu ziehen, in welchem die Blutmassen abfließen oder versickern sollten. Durch ein ausgebrochenes Brett der Verschalung konnten einige Häftlinge und auch ich einen Blick in den Leichenraum werfen, wo sich ein Bild des Grauens darbot. Die nur teilweise mit einem Wasserschlauch abgespritzten Leichen lagen wüst durch
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