Tat. Nun begann nach mittelalterlicher Methode die Tortur. Er wurde auf den Bock geschnallt und ihm mit einer leder­überzogenen Stahlgerte Gesäß und Rücken durch etwa fünfzig Hiebe derart zerschlagen, daß er ohnmächtig zum Galgen ge­tragen werden mußte. Der bereits erwähnte BVer Hans Gärt­ner, welcher meist als Henkersknecht fungierte, knüpfte den Halbtoten am Galgen auf, an deren Pfosten die angeblichen Beweise des Sabotageaktes, der Tornister und zwei Sohlen hingen.

Als am 24. Dezember 1940 der Tannenbaum auf dem Appell­platz im hellsten Lichterglanz erstrahlte, war vor ihm der Gal­gen aufgebaut. Nach dem Abendappell wurde ein Pole gehängt, und während noch die Leiche vom Wind hin- und hergependelt wurde, ließen die Lautsprecher über den Platz die Weihnachts­botschaft erklingen: ,, Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen".

Nichts hatte sich seit den Zeiten der Inquisition geändert. In Spanien und Portugal fanden an hohen kirchlichen Festtagen die Autodafees statt, jene feierliche Massenverbrennung der sog. Ketzer, die zuvor noch vor dem Altar mit unangezündeten Kerzen zu defilieren hatten, bevor sie den Scheiterhaufen be­stiegen. Warum sollte denn Hitler hinter den Inquisitoren zu­rückstehen? Die öffentlichen Hinrichtungen, welche dem Volke als Schaustücke geboten wurden und bis in das vorige Jahr­hundert in fast allen Staaten bestanden, sie sind unter Hitler wieder zu traurigen Ehren gekommen.

Es gibt nichts, das menschliche Empfinden so schwer zu verletzen, als gezwungen zu sein, zuzusehen, wie ein Mitmensch gerichtet wird. Es sind Hinrichtungen im Lager zu verzeichnen gewesen, wo der eine Deliquent mit zusehen mußte, bis sein Leidensgenosse am Galgen ausgelitten hatte. Die Roheit der SS ging dann noch soweit, daß während des Hinrichtungsaktes der Lautsprecher eingeschaltet wurde und ein Tango über den Platz erklang.

Was hatten denn die Gehängten verbrochen? Nichts! Sie wollten ihre Freiheit, die Freiheit, welche die Gestapo ihnen ohne Recht genommen hatte, sie waren geflücntet. Die Scher­gen fingen sie wieder ein, und so endeten die Freiheitsliebenden unschuldig am Galgen. Auch der politische Häftling Willy No­wak, aus einem mecklenburgischen Dorf stammend, war mit einem Kameraden geflüchtet, als beide auf dem Kommando Lichterfelde beschäftigt waren. Sie wurden ergriffen und ins Lager zurückgebracht, wo sie aneinander gefesselt, in der SK ,, Schuhelaufen" mußten. Bei Nowack war ein Taschenmesser gefunden worden; und der Besitz dieses Messers, das er zum Brotschneiden benutzte, wurde ihm zum Verhängnis: Besitz einer Waffe bedeutet Todesstrafe.

Man ließ ihn wochenlang über das zu erwartende Schick­sal im Unklaren, bis eines nachmittags im August 1944 Nowak vom Blockführer aus der SK herausgeholt und zu einem Wagen gebracht wurde, der ihn zurück zum Kommando Lichterfelde bringen sollte. Als Sitzplatz diente ihm der Sarg, in welchem er nach seiner Hinrichtung, die in Lichterfelde öffentlich vor­

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