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Mit der Steigerung des Bedarfs an Arbeitskräften für die Betriebe der SS, der ,, Deutschen Ausrüstungswerke"- DAW
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nahm die Verhaftung auch der Facharbeiter zu, und daher wurde zwischen Deutschen und Ausländern kein Unterschied gemacht. Konnte z. B. der Bedarf an Schuhmachern und Schneidern nicht gedeckt werden, so wurde eine Razzia unter den noch frei Beschäftigten dieser Berufe durchgeführt, und die Festgenommenen dem KZ überwiesen. Von den KZ's bezogen dann auch Privatfirmen ihre billigen und willigen Arbeitskräfte, d. h. die Firmen mußten nach einem gestaffelten Tarif- Tagelohn pro Häftling an die SS bezahlen. Da sich die Verpflegung und Unterkunft usw. für einen Häftling auf kaum eine Reichsmark pro Tag stellte, so läßt sich sehr leicht errechnen, welche Unsummen aus der Arbeitskraft herausgeschunden wurden, unter Zugrundelegung von mindestens 6 RM pro Tag für Fach- und 3 RM für ungelernte Arbeiter.
Aus der Akte des am 22. 12. 1939 eingelieferten kath. Geistlichen Rupert Mayer ( 16 397) ging hervor, daß er sich, trotz Androhung des Erschießens, geweigert hatte, das Beichtgeheimnis zu verletzen. Es waren im August 1939 in Süddeutschland etwa 100 verdächtige Anhänger monarchisch eingestellter Parteien festgenommen worden, und über deren Vorhaben sollte der Pfarrer Aussage machen, was er ablehnte.
Die beiden kath, Pfarrer Joh. Schulz( 28 620) aus Nickenich und Josef Zilliken ( 28 621) aus Wassenach( zwei Orte bei An dernach ) kamen ins Lager, weil sie sich in einem großen Lokal absichtlich abgewendet hatten, als Hermann Göring mit Gefolge. eintrat. Nichtachtung des Reichsmarschalls" verzeichnete der Schutzhaftbefehl. Als strafverschärfend mußten beide im Zellenbau täglich zwei Stunden den Sachsengruß, mit den Händen im Nacken, in Kniebeuge hockend, üben und im übrigen schmutzige Arbeit verrichten.
Der Geist des Allgewaltigen von Karinhall spukte einige Zeit später wieder einmal durch das KZ, als der Kunstschätzebetreuer des ,, hochfeudalen" Reichsmarschalls und Reichsjägermeisters Göring, mit einem Schutzhaftbefehl die Politische Abteilung betrat. Emil Weber hieß er und erhielt die ,, Eintrittskarte" 42 229. Die Gestapo hatte ihm eine befristete Haft von 10 Tagen zudiktiert, weil er gemeckert" hatte. Die Landbesitzer in der Umgegend von Karinhall und der Schorfheide hatten Weber gegenüber ihren Unmut Ausdruck verliehen, daß Göring mit seinen Jagdgästen rücksichtslos ihre Felder bei den Saujagden zertrampelte und man nicht einmal Schadenersatz fordern könne.
Bei dieser Sauwirtschaft wäre es kein Wunder, daß alles im Preise stieg und die Inflation komme und dann die Unfreiheit, man sei nicht einmal Herr über seine Kinder, die schon mit sechs Jahren von der HJ mit Beschlag belegt wurden. Daẞ Weber den Bauern und Nachbarn Recht gegeben hatte, kam zur Kenntnis der Gestapo , und darum wanderte der kunstbetreuende Meckerer ins KZ. Nach 10 Tagen konnte er seine
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