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Zwölf Jahre Nacht : mein Weg durch das "Tausendjährige Reich" / von Heinrich Lienau
Entstehung
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Arbeit in Karinhall wieder aufnehmen. Das Putzen der Kunst­schätze und blind gewordenen Orden Görings war vordring­licher Freilassungsgrund!

Sehr beunruhigend war für die Nazis das Auftreten der Hellseher, Wahrsager und Kartenleger. Die Zahl der Wahrsager hatte in den Kriegsjahren erheblich abgenommen, weil die Deutung der Zukunft aus dem Kaffeesatz, des Kaffeemangels wegen, nicht mehr gefragt war. Umso gefährlicher wurden die Hellseher angesehen; war doch schon vor dem Kriege der bekannte Hannussen wegen Gefährdung der Staatsgewalt und Beunruhigung des abergläubigen Adolf beiseite geschafft worden. Die Verhaftung aller bekannten Hellseher und deren Unter­bringung im KZ wurde für Adolf ein Gebot der Stunde. Des­halb durfte sich auch William Steinert( 61 300) nicht wundern, daß man ihm das Handwerk legte, weil er schon 1939 vor­ausgesagt hatte, der Krieg würde nach mehr als vierjähriger Dauer verloren gehen. Er saß also im Lager und konnte all­abendlich auf dem Appellplatz Josef Goebbels im Rundfunk den totsicheren Sieg und zum Schluß den ,, Endsieg" verkünden hören.

Die Gruppe der Hellseher war ansehnlich groß; Adolf muẞ doch Furcht und Vertrauen zu ihnen gehabt haben, denn nach der Verhaftung Mussolinis im Juli 1943 wurden sämtliche Hell­seher zur Kommandantur bestellt und ihnen aufgegeben, nun einmal ihre Hellsehergabe unter Beweis zu stellen, um Adolf Hitler zu verraten, wohin die italienischen ,, Staatsumstürzler" den Duce gebracht hatten. Angeblich soll der Tipp des einen Hellsehers Licht in das Dunkel um Mussolini gebracht haben. Daß die Hellseher sich hüteten, den Untergang des Nazireiches vorauszusagen, braucht nicht besonders erwähnt zu werden. Die Lagerbelegschaft in ihrer Gesamtheit sah ohnehin voraus, daß der Krieg verloren gehen müsse, dazu bedurfte es keiner besonderer Sehergabe.

Wegen Verbreiten des Hirtenbriefes des Bischofs von Galen in Münster mußten die beiden Schüler Klaus Reichmuth( 41 650) und Klaus Rendtorff( 41 652), zwei Pastorensöhne aus Stettin ins Lager, das ihnen drei Monate Aufenthalt gewährte. Mit einer Philippika des Lagerführers wurden sie wieder nach Hause geschickt.

Es seien noch einige Einzelfälle herausgegriffen, um dar­zutun, was alles den Nazis als Verhaftungsgrund triftig erschien. So wurde der Holländer Cornelius Arnold( 36 245) aus Rotter­ dam ins KZ gebracht, weil er auf rotspanischer Seite gekämpft hatte, eine Angelegenheit, welche die Gestapo in Deutschland wirklich nichts anging. Weiter brachte man den 14jährigen Polenjungen Zygmund Grzywinski( 37 602) wegen Sabotage ins wegen Schwächlichkeit vermochte er die schwere Arbeit beim Bauern nicht auszuführen.

KZ

Der Badedirektor Oskar Alexander( 40 732) aus Bad Bram­ stedt in Holstein hatte die Auflage erhalten, seinen Wohnsitz nicht zu verlassen. Als er zur Beerdigung eines Familienange­hörigen nach Hamburg fuhr, brachte man ihn ins KZ, das er lebend nicht mehr verließ.

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