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Grund eines vorgefundenen umfangreichen Beweismaterials, so hieß es jedenfalls. Abwechselnd drangen die Gestapoleute Dr. Schmidt und Orsin, ausgefeimte Vertreter der seelischen Tor­tur, auf mich ein, alles einzugestehen, was man mir aus einem bereits fertigen Protokoll" vorlas. Kaltblütig und ohne die Miene zu verziehen, bestritt ich alle mir zur Last gelegten De­likte und gab nur zu, daß mir die genannten Namen der mit­beschuldigten dänischen Staatsangehörigen Jens Dons- Kolding und weitere wie Hans Lytzen- Bredebro und Emil Fries- Götterup bestens bekannt seien. Ihre angeblichen Aussagen, die mich sehr stark belasteten, bestritt ich und forderte, daß man mir diese Aussagen mit der Unterschrift der Betreffenden zeigte.

Zögernd kam man damit heraus, daß die Unterschriften noch nachgereicht werden sollten. So bekam ich nur das an­gebliche Protokoll des Jens Dons zu sehen, der im Dienste des Secret Service gestanden haben sollte. Man hatte bei Dons Aufzeichnungen und außerdem ein Register mit Namen gefunden und daraufhin umfangreiche Verhaftungen vorgenommen. Tat­sächlich hatte Dons von mir erhaltene vertrauliche Mitteilungen mit meinem Namen vermerkt, doch hatte er sich hinsichtlich des Zeitpunktes unserer Zusammenkünfte um zwei Jahre geirrt, wie ich aus dem mir vorgelegten Protokoll ersah.

Den beiden Gestapoleuten erklärte ich zu deren größten Überraschung, daß ich zu der angegebenen Zeit nicht mit Dons in Tondern , Mjolden und weiteren dänischen Grenzorten zu­sammen gewesen sein könnte, weil ich mich derzeit als Straf­gefangener im Lübecker Gefängnis befunden habe und auch keinen Urlaub erhalten hätte, um nach Dänemark zu reisen, um dort mit Dons Landes- und Hochverrat verüben zu können. Eine telefonische Anfrage beim Strafanstaltsdirektor in Lübeck bestätigte meine Angaben. Das mir vorgelegte ellenlange Pro­tokoll zu unterschreiben, weigerte ich mich ganz entschieden; auch dann, als man das Datum willkürlich vorverlegte. Ich hatte gewonnen und zog den Kopf aus der Schlinge, welche die Gestapo schon zuzuziehen gedachte. Es wurde mir eine weitere Vernehmung in Aussicht gestellt. Einstweilen kam ich in das Kieler Gefängnis( Faeschstr.) in ,, strenge Einzelhaft", wo ich denn einige Wochen bei guter und reichlicher Verpflegung auf die nächste Vernehmung wartete.

Es gibt keine Gefängnismauer oder-tür, die für Nachrichten usw. undurchlässig ist. Schon am nächsten Morgen wußte ich, daß ein weiterer KZ- Häftling, Richard Normann, im ,, Bau" Schon nach auch in der Dons- Angelegenheit verwickelt sei. wenigen Stunden hatten wir miteinander Verbindung trotz der ,, strengen Einzelhaft", in der sich auch Normann auf einer andern Station befand. Beim nächsten Spaziergang klärten wir das noch Erforderliche und warteten der Dinge, die kommen sollten. Und sie kamen, die Vernehmungen nämlich.

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Nicht die Gestapo vernahm mich, sondern der Amtsgerichts­rat Jessen, ein äußerst jovialer Richter, dem ich als nieder­deutscher Schriftsteller seit Jahren bekannt war. Von ihm er­fuhr ich, daß man nichts Belastendes gegen mich vorbringen könne und die angeblichen Protokolle der Mitangeschuldigten

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