Im einzelnen setzte der Generalkonsul dann auseinander, welches die nächsten Aufgaben seien, Island zum Eckpfeiler des Großdeutschen Reiches auszubauen, damit Hitler wirklich seine Freude an einem nazistischen Island erleben könne. Daß es nicht gelungen war, eine Luftbasis auf Island zu bekommen, obwohl Hermann Göring mit seinem Flugzeuggeschenk so gut vorgebaut hatte, wäre wohl bedauerlich, aber nun sei er da, und beim zweiten Wurf würde schon das gesteckte Ziel erreicht werden.
Eine große Villa, gegenwärtig noch vom britischen Generalkonsul bewohnt, sollte gekauft werden und daneben würde ein großes Versammlungshaus entstehen, in dem sich die Anhänger der Nazis an den noch zu haltenden Reden erbauen konnten. In diesem Sinne ging es weiter und während sich die Gesellschaft zu einem besonderen Heil von den Sitzen erhoben hatte, benutzte ich die Gelegenheit, in die Garderobe zu verschwinden und mich unbemerkt zu entfernen.
Die Uhr ging auf sechs und vereinbarungsgemäß lag jetzt die Pinasse der ,, Vindictive" am Kai, um mich abzuholen. Ungesehen kam ich fort, denn die deutschen Nazis dachten gar nicht daran, aufzubrechen; sie blieben noch im ,, Hotel Borg" bei Tee, Likör und auserlesenen Delikatessen sitzen, und berauschten sich an den Versprechungen und großen Plänen, an denen die Nazis ohnehin reich waren. An Bord der , Vindictive" verblieb ich etwa eine Stunde, die für mich äußerst unterhaltsam war. Der Abend sah mich wieder im Kreise emigrierten Freunde, denn auch sie wollten erfahren, was auf dem Tee- Nachmittag des Generalkonsuls vor sich gegangen und geredet war.
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Sie erfuhren auch, was es mit der ,, Samland" auf sich hatte. Zu erwähnen sei noch, daß das Schiff 9000 Tonnen hatte, für die Fahrt von Island nach dem Heimathafen Wilhelmshaven kaum drei Tage brauchte, also sehr schnell fuhr und die Mannschaft auch im Heimathafen nur unter bestimmten Vorsichtsmaßnahmen einen kurzen Urlaub erhielt und verpflichtet war, über alles Gesehene und Gehörte nichts verlautbaren zu lassen. Ich glaube kaum, daß in weiteren Kreisen der Name ,, Samland " bekannt wurde. Ob sie das gleiche Schicksal ereilte, wie ihr Schwesterschiff die ,, Altmark ", welche an der norwegischen Küste unterging, habe ich nicht in Erfahrung bringen können.
Hitlers Schwärmerei für die Kriegsmarine zeitigte mancherlei Absurditäten, die allesamt bewiesen, daß er auch in nautischen Dingen ein Stümper von Format war, was sich schon bald nach dem Eintritt der kriegerischen Ereignisse zeigte.
Ihm kam es darauf an, sich auch als ,, Stratege zur See" in den Vordergrund zu drängen. Auf seiner ,, Führeryacht" ,, GRILLE" protzte er in jenen Tagen, als 1938 die Entscheidung in München noch nicht gefallen war. Die GRILLE", vor der Marine- Schule in Flensburg - Mürwik ankernd, wird in diesem Buch erstmalig veröffentlicht.
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