7„Hat:man dir die Strafzeit angegeben?“ ‚Ich schüttelte den Kopf. „Nein,“\:
„An deiner Stelle würde ich mich an den Lagerführer mit der ‚Bitte wendeh, mir das Strafmaß bekänntzugeben. Es ist doch kein -"Risiko. Im schlimmsten Falle bekommst du für diese Frechheit eins
auf die Zähne." N a
Ich überlegte kurz. Es war bestimmt kein schlechter Gedanke. als ein weiterer Aufenthalt in der SK konnte.mich ja . nicht treffen.{
"„Wie macht man das?"- De
„Ganz einfach... Ich bringe dir heute abend das Rapportbuch. Theoretisch hat doch jeder Häftling das Recht, sich persönlich an den Lagerführer zu werden, wenn er denkt, daß ihm Unrecht ge-
“ schieht.....‘‘ Viktor lachte.„Ich habe ja noch nie gehört, daß jemand. sc weit gekommen wäre. Gewöhnlich verschwand er schon. unter- wegs, doch ungeächtet dessen sahen viele Ausländer, welche das
Lager.besichtigten, das Rapportbuch und' waren, voller Anerken-
nung für die Gerechtigkeit unserer Vorgesetzten. Hm... Du bist ja.
auf meinem Block ‚und kannst deshalb so manche Instanzen um-
gehen. Den Blockältesten‘und Blockführer ‚brauchst du.nicht zu be-
fürchten. Und mit dem Rapportführer werde. ich schon reden, damit er dich weiter läßt... Ich.mache ihm gerade täglich Umschläge. Na also?“ RZ, ee
„Bringe das Rapportbuchl“ entschloß ich mich.
Abends schrieb ich auf irgendeine Seite, daß der Häftling 8214 den Lagerführer persönlich in einer Lagerangelegenheit zu sprechen wünscht. Viktor bestätigte es und fügte noch hinzu, daß die An- ‚gelegenheit nur der-Lagerführer persönlich erledigen kann.
‘Am Morgen wanderte das Rapportbuch nach Auschwitz . Die nächsten Tage verflossen jetzt‘ in nervöser Erwartung. Wird meine Bitte angenommen oder abgelehnt?
Sie wurde angenommen! Eines Tages. kam ein Zettel aus der
:'Schreibstube, daß"ich um zehn Uhr marschfertig beim Tor warten soll. Die besten Glückwünsche meiner Kameraden begleiteten mich,. _ als ich eine Stunde später die Auschwitzer Straße entlang mar-: ‚schierte. Im Lager teilte man mir aus der Schreibstube einen Schrei- ber, namens Kurt Makula, zu und mit ihm zusammen begab ich mich _»in den Arbeitsraum.des Lagerführers. a, Vor der Tür mußte’ ich: jedoch haltmachen. Ich‘war so gereizt 'und.nervös, daß ich keinen normalen Laut aus der Kehle heraus- _ bringen konnte. Etwas schnürte mir die Kehle zu, die Knie schlot- „terten und die Hände zitterten... a
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