erledigt. ‚Ich weiß nicht, zu welcher Gruppe ich gehört hätte, wenn ich zur Arbeit gegangen wäre. Ich sah noch ziemlich schlecht aus, und Leute solchen Aussehens waren als erste Opfer gefallen.
Nach dem Mittagessen trieb man alle alten SK-Männer auf den Block und befahl ihnen zu schlafen. Vom Schlaf war natürlich keine ‚Rede. Alle erwarteten mit größter Spannung die ‚vierte Nachmit- tagsstunde. Einige Minuten vor vier Uhr rief man einige Kapos auf den Hof heraus. Es kamen Karl„Dachdecker”, Boginsky, Neumann und Brachmaänn.- Durch. die Wandlücken beobachteten wir'die Vor--
“ auf dem Hof. Die Kapos verschwanden mit Moll hinter dem Tor. Als’ sie einige Zeit darauf zurückkehrten, trug jeder.von ihnen eine große Drahtrolle auf dem Rücken, die sie vor dem Block ab- warfen. Gegen vier Uhr. erschien SS-Hauptscharführer'Fitze, der Lager- führer von Birkenau, und Schillinger, der Rapportführer dieses La- gers. Fitze trug eine Mappe mit Papieren unter dem Arm.'Man brachte das Tischchen des Blockältesten und einen Stuhl aus dem Block heraus. Fitze setzte sich und breitete auf dem Tischchen die Papiere aus. Kurz darauf lief, Schillinger zum Tor, und.als er zurück-’ kam, begleiteten ihn einige SS -Männer, die schußfertige Maschinen- pistolen trugen. Sie nahmen die‘Plätze beim Tor ein und stellten sich-nach Schillingers Anweisung auf. In diesem Augenblick näherte sich Dr. Jablonowski- in Beglei- . tung seiner vier Kameraden dem Tisch. Fitze hörte ihm ruhig zu, ‘sah alle fest an und sagte darauf: Al „Es ist zwecklos! Ich habe eure Aussagen jetzt nicht mehr: nötig, denn ihr werdet alle nach Kattowitz gebracht. Dort werdet ihr der * Reihe nach verhört.” Er winkte mit der Hand ab und vertiefte sich weiter in die Papiere..Dr. Jablonowski und seine Kameraden kehrten auf ihre alten Plätze zurück. Fitze erhob sich. „Mäl herhören! Um’ eine gerechte Untersuchung durchzuführen, werdet ihr alle nach Kattowitz geschafft. Dort wird man feststellen, _ wer von euch die Verantwortung für die gestrige Flucht trägt. Ihr könnt ganz beruhigt sein, dem Unschuldigen wird kein Häar vom-
Kopfe fallen. Um den Transport zu erleichtern, werdet ihr alle ge-
bunden. Jeder von mir aufgerufene Häftling tritt an den Tisch. Er
setzte sich wieder.hin und winkte den Kapos. Diese hatten in der - Zwischenzeit den Rolldraht aufgewickelt.;
"Das- Verlesen der Nummern begann.: Jeder Aufgerufene trat an
den Tisch, gab seine Personalien an und verschränkte zugleich die
Hände auf dem Rücken, die die Kapos geschickt mit dünnem Draht
zusammenbanden. Mit einem Stück Draht band man fünf Häftlinge
aneınander, wobei die rechten und linken Flügelmänner mit der *„ nächsten Fünferreihe verbunden wurden. So schuf man eine züsam-
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