'hineinzukommen. Diese Gruppen wurden ebenfalls von Kapos mit
grünen Winkeln geführt, die sich aber ruhig verhielten. Zu solch „ruhigen Menschen gehörte in erster Linie der Kapo Willi Brach- mann.. i
Gerade bei ihm arbeitete auch ich. Da nun mein Lagerfreund Kukla(Nr. 702) im Lebensmittelmagazin des Lagers arbeitete und Kapo Willi gern SS -Würste aß, erhielt ich eine fabelhafte Beschäf- tigung. Sie bestand darin, daß ich auf einem Holzklotz saß und mit einem Beil Holzpflöcke zuspitzte, mit denen man später das Gestrüpp befestigte.„Bei dieser Arbeit könnte ich damit rechnen, die SK zu überleben‘, dachte ich und ließ meine im Krankenbau gebleichten Glieder von der Sonne bescheinen.
Ende Mai traf ein großer„Neuzugang aus Ash Lager ein, der ungefähr. 380 Häftlinge umfaßte.
Es waren meistens lauter„alte Nummern". Sie waren auf fol- gende Weise in die Strafkompanie gekommen: Eines Tages rief man im Lager die Namen von etwa 500 Häftlingen auf. Ein Teil. von ihnen, 120 Mann, wurden auf Block 11 geführt und erschossen, der Rest, 380 Häftlinge, wurde zu uns überwiesen und mit zusätzlichen „roten Punkten‘ auf,der Bekleidung gekennzeichnet.. Das bedeutete, daß ihre Träger nach der Meinung der Gestapo besonders politisch‘ gefährlich seien und einer Sonderbehandlung bedürften...
Einige Tage verflossen ganz ruhig. Der Kommandoführer Moll war mit dem neuen„Zugang‘ deutlich zufrieden. Die Arbeit ging rasch vorwärts, und eine Kommission, welche eines Tages die’ Ar-= beitsstätte besichtigte, belobigte. die ‚schhelle Ausführung der ge- planten Arbeit.
Die Ankömmlinge waren. zunächst über das tragische Ende ihrer 120 Kameraden in Unruhe versetzt; mit der Zeit beruhigten sie sich jedoch. Die in ewiger Angst lebende Kompanie atmete sogar auf, denn. die Angekommenen trugen einen. neuen Geist und ein neues Leben in die Kompanie hinein.
Nach etwa einer Woche wurden acht Männer, die rote Punkte trugen, beim Morgenappell aufgerufen. Sie wurden nach Auschwitz überwiesen und, wie wir am nächsten Tag erfuhren, auf Block. 11
erschossen.; } Nach zwei Tagen wurden beim Mörgenappell wieder zehn„Rot- punktträger‘‘ vorgerüfen und.„nach Auschwitz geschickt". Und wieder kam die Nachricht, daß man alle erschossen hatte.
“Nachdem man schon zum dritten Male solche Männer nach Auschwitz geschickt hatte, wurde es allen klar, daß die Träger der roten Punkte zum Tode verurteilt waren. Die Lagerführung befürch- tete lediglich eine Massenexekution von 500 Mann und wollte das- : selbe Ziel in kurzen Zeitabständen erreichen.


