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Mützen ab ... : eine Reportage aus der Strafkompanie des KZ. Auschwitz / Zenon Rozanski
Entstehung
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erhielten wir, ich weiß nicht woher, organisierte Milch, und am Sonnabend schenkte uns Gerlach eine Flasche Rum, und außerdem erhielt jeder von ihm ein Päckchen Zigaretten...

,, So ein Glück wie ihr möchte ich selbst haben", sagte er, indem er uns die Geschenke überreichte. Er befreite uns auch für zwei Wochen von der Arbeit.

Die fünf Mithäftlinge, die das Unglück gehabt hatten, sich am Anfang der zweiten Reihe zu befinden, trug man nach zwei Tagen aus dem Bunker in die Leichenhalle hinaus.

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5. Kapitel

Acht Tage später ordnete der Blockälteste Hans ein Antreten sämtlicher Häftlinge, die sich auf dem Block befanden, an. Es versam­melten sich zusammen mit den Stubenältesten etwa zwanzig Per­sonen. Hans überprüfte kritisch unsere ausgemergelten Gestalten, nickte mit dem Kopf und sagte:

,, Ich brauche ein paar starke Leute zur Arbeit, aber mit euch ist ja nicht viel anzufangen. Wer von euch will sich zusätzlich, Suppe verdienen?"

Ich fühlte mich schon ziemlich wohl, deshalb trat ich als einer. der ersten aus der Reihe. Dann meldeten sich noch vier Mann. Wir wurden der Gruppe der Stubenältesten zugeteilt.

Wartet im Waschraum auf weitere Anordnungen", sagte Block­ältester Hans kurz.

Der Waschraum, der sich im Erdgeschoß befand, war ein kleiner Raum mit einem Fenster, welches auf den Hof ging.

,, Heute wird wieder, Wilhelm Tell ' auftreten", bemerkte der Stu­benälteste Wacek. Wir horchten interessiert auf. Mit ,, Wilhelm Tell " bezeichnete man im Lager den Vollstrecker der Todesurteile, SS­Hauptscharführer Palitsch.

,, Ist wieder etwas fällig?"

Wacek nickte mit dem Kopf.

,, Gestern brachte man die Familie des Häftlings, der vom Bauhof geflohen war. Im ganzen fünf Personen."

Eine Stille trat ein.

,, Na, die Gäste versammeln sich", sagte plötzlich Heizer Bronek, welcher beim Fenster stand.

Wir traten näher.

Auf dem Hofe erschienen einige Uniformierte: Lagerführer Fritsch, SS - Arzt Entreß, SS- Unterscharführer Stark, Arbeitsdienst­führer Heßler und Rapportführer Palitsch. Letzterer trug ein Sport­gewehr in der rechten Hand.

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