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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
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Nacht eifrigster und freudigster Gedankenaustausch. Hier werde ich aus meiner Lagerkleidung befreit und durch die Güte einer Dame wieder in priester­liches Schwarz eingekleidet. Am nächsten Morgen gilt es eine große Sorge zu lösen. Durch die Mehr­fahrten ist der Benzin zur Neige gegangen. P. Bange bemüht sich, bei den Amerikanern Gasolin zu bekommen. Es wird ihm auch versprochen, aber wir warten stundenlang. Schon ist unsere Hoffnung auf den Nullpunkt angekommen. Wir wollen ab­fahren, da trifft auf einmal ein Priester, der sieben Jahre in Dachau gesessen hatte, aus der Umgegend ein, er stammt aus Dietkirchen bei Limburg . Große Freude, nun können wir ihn mit nach Hause nehmen. Wir sagen uns: ,, Jetzt wissen wir, warum wir warten mußten." Ein wenig später bekommen wir den ersten Kanister geschenkt und kurze Zeit darauf noch einmal zwei Kanister.

In großer Freude, aber auch in großer Eile saust nun unser Autobus um die Platzecke; auf einmal schreien wir alle hell auf, alles winkt, denn draußen schreitet gerade der Herr Kardinal Michael von Faulhaber vorbei. Er winkt freudig zurück. Wir können aber den Autobus nicht so schnell zum Stehen bringen. Er ist inzwischen in ein Haus ein­getreten. Einer von uns springt hinter ihm her und dann sehen wir den Kardinal mit ausgebreiteten Armen wieder aus dem Hause kommen. Er geht quer über die Straße auf uns zu und kommt in un­seren Autobus. In überströmender Liebe und Freude begrüßt er jeden Einzelnen von uns. Wir küssen ihm den Ring. Er fragt nach unserem Schicksal, beglückwünscht uns, freut sich mit uns, daß es nun in die Heimat geht, drückt uns aber- und abermals die Hand und gibt uns zum Schluß seinen bischöf­lichen Segen. Ein Erlebnis, das wir nie vergessen werden. Am wenigsten wird es der Chauffeur ver­gessen, der in seinem Leben noch nie einen Kardinal

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