Druckschrift 
Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
Entstehung
Seite
168
Einzelbild herunterladen

wo die anderen waren. Weiterfahrt nach Dachau . Dort erfährt er, daß drei: P. Fischer, P. Gerharz und Br. Edel sich noch im Lager befinden, daß über dem Lager von seiten der Amerikaner Seuchen-Quaran- täne verhängt sei und die anderen: P. Provinzial und ich, unbekannten Ziels verschleppt seien. Vom Pfarr- herrn von Dachau geleitet, wendet er sich an den Jesuitenpater Pies in Pullach . Der kann ihm die Wegrichtung unseres Weges bezeichnen und den ver- mutlichen Ort, wo wir stecken. P. Bange fährt mit seinem leeren Autobus ab, kommt nach Waakirchen , erfährt dort, daß wir im Hauserdörfel wohnen, und hat uns am Pfingstabend gefunden.

Wir fahren weiter nach Tegernsee , laden dort unseren P. Meißner auf, der als Sanitäter dort im Lager ist, werden aber in dieser Nacht höflich von Amerikanern arretiert und in einem Kranken- haus untergebracht. Im Luftschutzkeller bereitet man uns Nachtlager und dort schlafen wir, d.h. wir sollen schlafen, die Erregung läßt mich nicht schlafen. Keine Sekunde in dieser Nacht kann ich die Augen zutun. Lange muß mir P. Bange alles von daheim berichten. Wir erfahren, daß die Hei- mat in Limburg unversehrt den Krieg überstanden, daß Schönstatt ganz und unversehrt ist Von den Verwandten weiß er nichts zu berichten.

Am Morgen können wir abfahren und sammeln etwa zehn weitere Priester aus der Umgebung auf, dann geht es nach Rottmannshöhe, wo wir gast- freundlich bewirtet werden. Wir nehmen wieder etwa vierzehn Priesterunterwegsauf. In Pullach über- nachten diese, während wir noch an diesem Tage nach Dachau weiterfahren. Dort treffen wir beim Pfarrer die drei, die am Morgen durch einen Milch- wagen, unter Decken versteckt, aus dem Lager her- ausgeschmuggelt worden waren.

Dann geht es nach Freising weiter und wir treffen dort die ersten Mitbrüder. Bis spät in die

168

%