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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
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Es war bereits dunkel geworden, als wir unten ein Stimmengewirr hörten, dann kam sehr aufgeregt Frau Schnellinger zu uns herauf und sagte:

,, Hochwürden, Sie müssen noch einmal aufstehen, Sie sollen heute schon weg, unten ist der Pfarrkura­tor von Waakirchen und noch ein Herr."

Wir wurden aus ihrem Reden nicht sehr klug und ich sage beim Anziehen zum P. Provinzial: ,, Du lieber Himmel, das sieht ja gerade so aus, als ob wir wieder verhaftet werden sollten" und ich habe das Wort eben ausgesprochen, da tritt langsam, mit einem strahlenden Lächeln mein Mitschüler und Kursgenosse, Mitgefangener aus dem Klapperfeld­gefängnis und Rektor des Limburger Hauses P. Dr. Bange durch die Tür ein. P. Provinzial sitzt auf dem Bettrand, als sei er Lots Weib, und ich nachdem ich mich von dem ersten Schrecken erholt sage: ,, Den Heiligen Geist in eigener Person hätte ich jetzt eher erwartet als Dich!"

Im Nu waren wir in die allergrößte Aufregung ver­setzt; denn wir wußten sofort, was das bedeutete. P. Bange stand draußen auf der Landstraße mit einem Autobus, um uns heimzuholen. In 10 Minuten waren wir reisefertig. Bedankten uns aufs herzlichste bei der Familie, die wir möglichst bald wieder zu besuchen versprachen, und dann be­gann die

abenteuerliche Heimfahrt.

Am Freitag vor Pfingsten war es P. Bange nach langen Verhandlungen gelungen, von der Stadt Lim­ burg einen Autobus freizubekommen mit dem nöti­gen Benzin, um Priester von Dachau heimzuholen. Die Militärbehörde hatte bereitwilligst einen Paẞ ausgestellt und er fuhr nun nach Freising , weil er meinte, den Großteil von uns dort anzutreffen. In Freising erlebte er eine traurige Überraschung. Er traf als einzigen Br. Morper, und keiner wußte,

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