samer, da die Leute einfach nicht mehr können. Die SS treibt. In der Bewachungsmannschaft sind aller- dings noch viele Wehrmachtler, die uns nicht bös ge- sinnt sind. Alle 5 Meter ein Posten mit Karabiner oder Maschinenpistole. In jeder Hundertschaft ein SS-Hundeführer mit Hund. Trotzdem erfahren wir am übernächsten Tage, daß in dieser Nacht eine An- zahl von uns zum Teil im Einverständnis mit den Posten entflohen sind, zum Teil sogar von den Posten begleitet. Wir haben leider nicht das Glück, in der Nähe eines verständigen Postens zu sein, sind im übrigen auch zu erschöpft, um überhaupt solche Gedanken zu fassen.
gegen I1 Uhr morgens gelangen wir auf den vorgesehenen Rastplatz,
eine Waldlichtung. Hier liegen nun die 8000, von zahlreicher SS-Wachmannschaft umlagert. Wir lagern an der Würm, und das erste, was wir tun, ist, uns in der kalten Würm gründlich zu waschen. An Essen denken wir kaum, sondern sinken toterschöpft zum
Schlaf nieder auf den Boden, wo es gerade ein jeder für gut findet. In der Nacht hat es geregnet. Jetzt ist wenigstens etwas Sonnenschein.
Um 1/27 Uhr abends werden wir wieder aufgetrieben. Der Marsch wird fortgesetzt. In dieser zweiten Nacht wird uns das Marschieren unendlich sauer. Die Füße sind wund. Besonders schmerzen mich die Gelenk- und Hüftknochen. Immer mehr sinken am Wegrand nieder und die
Zahl der Toten: steist rapide.
Man bedenke, daß viele von ihnen vor kurzem erst von einem solchen Transport in Dachau eingetroffen waren und körperlich ganz erschöpft und aufgezehrt waren.
Auch P. Provinzial hat ja kaum seine schwere Lungenentzündung überstanden, die ihn an den Rand des Grabes brachte. Zum Unglück fängt es auch
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