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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
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scheidungsreichen Tage für uns. Wir wissen längst, daß der Amerikaner bei Augsburg steht. Wir wissen, daß sich in den nächsten Tagen unser Schicksal ent­scheiden muß. Vorläufig aber heißt dieses Schicksal für uns ,, Der gewisse Tod".

Wir erfahren später, daß ein eigenhändiger Himmler­brief also verordnet hat: kein Häftling darf lebend in die Hand der Alliierten fallen. Das gesamte Lager Dachau wird evakuiert. Als Begründung war bei­gefügt: die befreiten Häftlinge von Buchenwald haben sich grauenhaft gegen die Bevölkerung be­Mit dieser satanischen Lüge sollen wohl die etwaigen Gewissensbedenken der SS - Führer überwunden werden. Am Abend dieses Tages äußerte sich einer der Lagerführer zynisch: sie rechneten da­mit, daß 10 Prozent der Häftlinge an ihren Be­stimmungsort überkämen.

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Gottseidank verhinderte der Trubel des Packens zu­nächst ein grübelndes Nachdenken. Binnen kurzem bietet unser Block das Bild völliger Zerstörung und Desorganisation.

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Um 12 Uhr steht steht das das marschbereit auf dem Appellplatz. Wir Schönstätter haben uns zusammengefun­den. Wir wollen sorgen, daß wir auf dem Wege bei­einander bleiben. Haben wir auch die meisten un­serer Sachen zurücklassen müssen, so ist unser Ge­päck dennoch schwer genug und wie sich bald zeigen wird zu schwer. Plötzlich heißt es: ,, Die Reichsdeutschen heraustreten!" Und nun müssen wir uns von unseren lieben Brü­dern verabschieden. Vom Waclav aus der Tschechei, vom August aus dem Elsaß , vom Aloys, Boleck, Ig­natz und den vielen anderen Polen , von Franz Z. und von meinem kleinen Freund Marcel R., von allen französischen und italienischen Freunden und dann werden wir zum Jourhaus geführt. Marcel ist noch immer im Seuchenblock 30. Wir hatten uns

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