rjestert chlagen oten IN rsärgen
(mit Blech ausgeschlagen, weil sie immer wieder be- nutzt wurden, sie dienten ja nur zum Transport zum Krematorium) aufgebahrt, mit einer weißen Decke bedeckt und die Särge mit Blumen schön geschmückt. All das natürlich ohne Vorwissen der SS. Und abends haben wir unseren lieben Mitbruder dann eingesegnet; sogar gesungen haben wir, leise aller- dings. P. Kentenich und ich sangen vor, die an- deren respondierten. Und nebenan, ca. 4—5 Schritte weg war ein Stapel von etwa 70 sezierten Leichen aufeinandergeschichtet, die des Abtransportes zum Krematorium harrten.
P. Kentenich aber hatte durch Vermittlung von Pfarrer Richard Schn. mit dem Krematoriums-Kapo, einem uns wohlgesinnten Häftling, Verhandlung auf- genommen, und der hat dann die Leiche von P. Hen- kes einzeln verbrannt, sodaß wir seine Asche später nach der Befreiung mitnehmen konnten.
Ein ganz typisches Dachau -Erlebnis geschah mir zwei Tage später. Mittags hatten wir uns(wir: das war die Schönstattfamilie unserer
tube) zusammengefunden und hockten im Schlaf- saal— verbotenerweise— auf den Bettkanten, um wenigstens hier essen-zu können. P. Kentenich fungierte wie immer als sorgender Vater, teilte aus, was uns gute Menschen aus der Gesellschaft und aus der Bewegung geschickt hatten. Ich will gerade in mein Butterbrot beißen, da sehe ich auf der Bett- kante ein Säckchen stehen. Ich dachte im ersten Augenblick: darin müssen wohl Erbsen sein, die man uns geschickt hat. Dann aber sehe ich eine lateinische Schrift und lese:„Die richtige Asche des im Herrn verstorbenen Pallottiner -Priesters Pater Richard Henkes .“
Vor 10 Tagen hatte ich ihn noch lebend und froh ge- sehen. Und nun hielt ich in einer Hand mein Butter- brot, in der andern die Asche meines Mitbruders und dachte damals:„So wenig bleibt von dir übrig!“
157


