aufmerksam wurde und ihm ein Löchlein freiwischte. Vielen Laien aber brachten wir wenigstens den Hei- land in der Brotsgestalt. Man hielt morgens, wenn man kommunizierte, ein geöffnetes Zettelchen in der Hand, darauf legte der austeilende Priester eine oder mehrere hl. Hostien, Man barg ‚das Zettelchen in einem Büchlein in der Seitentasche und dann traf man auf der Lagerstraße seinen Klienten, der kom- munizierte selbst dann in einer verborgenen Ecke. Oft wurde auch durch Priester auf anderen Blocks heimlich ein Gottesdienst organisiert. So z. B. um die Weihnachtszeit von unserem Ignaz J. auf dem armen Seuchenblock 25, wo er einfach auf der Stube einen Gottesdienst las. Das hätte ihm freilich schlecht gehen können, aber wegen der grassierenden Typhus - Epidemie von der er selbst kaum genesen war,— war eine Kontrolle ja nicht zu befürchten.
Was unsere Gottesdienste anging, so wurde auch allsonntäglich gepredigt. Weihnachten 1944 hatten wir sogar ein Pontifikalamt. Auch dies war echt„Dachau -gemäß“. Alles mußte von Häftlingen hergestellt werden. Nur den Bischof hatten wir so. Das war der Bischof P. von Clermont-Ferrand , der mit einem der Natzweiler Transporte angekommen war. Man hatte dabei den Bischof genau so rück- sichtslos wie jeden anderen behandelt. Auch er hatte den Hunger- und Dursttransport überstanden.(Als damals ein Transport von Compiegne eintraf, waren gegen 500 Tote in den verschlossenen Wagen. In einem Waggon waren etwa 100 Leute eingepfercht. Unterwegs starben vor Durst und Hunger eine große Anzahl. Die Toten blieben bis zur Ankunft im Lager in den Waggons.)—
Auch er, der Bischof, wurde völlig nackt in das Bad getrieben, am ganzen Körper geschoren, stand nackt mit anderen lange Zeit auf dem Appellplatz, wurde in die Lumpen eines Ermordeten eingekleidet, kam auf den Zugangsblock in die Enge zu sieben auf drei
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