Hocker stehen, immer wieder von neuem wird er ge- schlagen. Besonders roh allerdings nimmt ihn der SS -Blockführer her.
So gibt uns der Zugangsblock ein rechtes Bild von der Lagerhölle. Mir allerdings und den priesterlichen Mitbrüdern wird die Hölle verschönt durch die Liebe und Sorge, die uns die Mitbrüder vom Block 26 schon hier angedeihen lassen.
Ein frohes Ereignis wurde für mich mein Namenstag.
rührender Sorge pflegte, habe ich bereits berichtet.
Am dritten Tag erhalte ich auch Besuch von P>Joseft Pischer.
der am längsten von uns Pallottinern, schon seit vier Jahren, in Dachau ist. Er ist eisgrau geworden, ob- wohl er nicht älter ist als ich. Aber sein Geist ist ungebrochen und-in stundenlangen Gesprächen be- richtet er von der Schönstatt -Arbeit im Lager. Ich freue mich schrecklich, endlich in den Priesterblock zu kommen, um auch in der Schönstatt -Arbeit mit- tun zu können. Leider zieht sich die Quarantäne noch hinaus.
Der 28. Mai war Pfingsttag. P. Kentenich stellt mir in Aussicht, daß man mich am diesem Tag in den Priesterblock hineinschmuggeln wolle. Zwei Tage ist allerdings
auf dem Priesterblock große Aufregung.
Einer der berühmten Filzungen findet statt. Diese besteht und bestand in diesem Falle darin, daß sämt- liche Dinge und Einrichtungsgegenstände, Spinde mit Inhalt, Betten, Strohsäcke, Pakete, worin die Gefan- genen ihre wenigen Habseligkeiten, das Ersatzhemd, wenn sie ein solches hatten, und anderes aufbewahr- ten, kurz sämtliche beweglichen Gegenstände unter- sucht und wahllos auf die Blockstraße hinausbeför- dert werden. Abgesehen davon ist es immer eine
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