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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
Entstehung
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am nächsten Tag sollte es mir klar werden, warum es so kommen mußte. Wie immer bei einer Seuchen­Quarantäne fand die Haupt- Vergünstigung der Ge­fangenen statt: die Entlausung. Nun hätte ich ja als Komplize allein hinuntergeführt werden müssen, aber es war ein Samstagnachmittag, und der gute Wachtmeister K. war wahrscheinlich zu bequem, mich allein zur Entlausung zu führen. Auch glaubte er wohl, daß am Wochenende keine Kontrolle komme, und so schloß er mich mit den andern aus und wir wurden zum Bade geführt. Ich trete auf den Gang hinaus und wen sehe ich dort? P. Wimmer, den Spiritual von Limburg , mein eigener Seelenführer während der Theologenzeit; P. Wimmer höchstselbst im rauschenden Bart. Ich sehe sein freudiges Gesicht, sehe, wie er auf mich zugehen will. Ich mache ihm hastig bemerkbar, daß er sich keinesfalls anmerken lassen dürfe, daß wir beide zusammengehörten, sonst würden wir beide wieder eingeschlossen. Voller Angst, ob der Wachtmeister zum guten Schluß nicht doch noch darauf komme, daß wir beide wie sie sich sonst ausdrücken- ,, zum gleichen Verein" ge­hören, drücken wir uns immer in den Ecken herum. Auf dem Hof müssen wir das ,, Stroh" unserer Stroh­säcke verbrennen; es ist Holzwolle oder Papierwolle. P. Wimmer sucht immer wieder mit mir Verbindung zu bekommen, während ich ihm verzweifelt durch Zeichen kundtun will, daß er sich nicht um mich kümmern soll. Er kennt freilich das Zeremoniell einer Entlausung noch nicht. Ich aber weiß ja, was kommen wird. Schließlich steht er doch neben mir und flüstert: ,, crede nihil, quod tibi proponatur!" Glaube nichts von dem, was man dir sagt!" Das soll eine Warnung an mich sein für ein künftiges Ge­ stapo - Verhör. Ich zische nur: ,, Hauen Sie ab!" und verleugne ihn krampfhaft. Dann werden wir hin­untergeführt. Die Kleider werden uns abgenommen, sie wandern in den Entlausungskessel. Wir aber. werden ins Bad eingesperrt zu etwa 20 Mann und

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