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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
Entstehung
Seite
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Ich will nach oben schauen,

Denn dieser Himmel stammt vom Herrn.

Der Sonne Strahlendolden,

Lichtboten aus dem bess'ren Land:

Ein Dritteil sie vergolden

Der grauen Öde dieser Wand. Ein Lüftchen spür' ich gehen,

Das bringt den Frühling mit von fern, Ich will nach oben sehen,

Denn diese Sonne stammt vom Herrn.

Der Stein dröhnt von den Schritten, Die stumpf und stet die Runde zieh'n; Ich schaue hin zur Mitten:

Dort sproẞt im Beet das erste Grün. Mein Herze fühl ich beben,

Die Seele dringt durch Zwang und Trott, Denn dieses grüne Leben

Und diese Knospe stammt von Gott .

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Dies Sehnen hinter Stäben,

Dies gleiche Schreiten in der Haft,

Ist's nicht ein Bild vom Leben,

Von erdenmüder Wanderschaft?

Doch soll's mich nicht bedrücken,

Ein Strahl schon dringt durch Qual und Spott; Ich will nach innen blicken,

Denn meine Seele lebt in Gott .

Die UHA sollte aber bald in noch tieferem Sinne ein Heim für mich werden:

Das erste Erlebnis hatte ich gleich nach 3 Tagen. Wir wurden zum Spaziergang geführt. Dabei ging es immer sehr streng zu. Wir mußten im Abstand von etwa 5 Meter gehen. Es durfte nicht gesprochen werden. Ich will gerade unten um die Ecke biegen, als mich ein stattlicher, etwas beleibter, weißhaari­ger Hauptwachtmeister es war der sogenannte ,, Hausvater" schon der Name ist bezeichnend für die andere Haltung des Gerichtsgefängnisses ge­genüber der Roheit des Polizei- und Gestapo - Gefäng­nisses als also dieser Herr in barschem Tone ruft: ,, He, Sie da, kommen Sie mal her!" In stramm vor­schriftsmäßiger Haltung stehe ich vor ihm. Er sieht mich mit einem mürrischen, bösen Gesicht an, als ob

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