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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
Entstehung
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tiert und nie aus meinem Herzen eine Mörder­grube gemacht hatte.

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So

3. Wegen Zersetzung der inneren Front, besonders in meiner Predigt- und Seelsorgstätigkeit. Hier war also der Beamte an einem Punkt, wo er nur des rechten Brecheisens bedurfte, um eine Bresche zu schlagen und dann wäre es um mich ge­schehen gewesen. Aber mein Fall wäre der Fall vieler, vielleicht sogar der Provinz geworden. war die Äußerung des Gestapo - Beamten brenzlig. Gleichwohl mußte ich in diesem Augenblick wirklich ein Lachen verbeißen. Am Tag vorher hatte ich ein Wäschepaket bekommen und das einzige Mal in meiner langen Haft war es der Pfarrer von Esch­hofen selber, der dieses Wäschepaket besorgt hatte. Es lag ein Zettel darin: Frankfurt/ Main , Datum des vorhergehenden Tages: Sie erhalten anbei 1 Hemd, 1 Unterhose usw.... Mit freundlichem Gruß Ihr Pfr. Sch." Also der drei Tage vorher verhaftete, zu­sammengebrochene, im Limburger Gefängnis sitzende Pfarrer hatte mir am Tage vorher ohne das geringste Zeichen eines Nervenzusammenbruchs mit kräftiger Schrift einen Gruß aus Frankfurt geschickt.

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So konnte ich zur Verblüffung des Beamten die ruhige Antwort geben: ,, Das kann Herr Sch. nicht gesagt haben, oder aber er hat es wirklich in einem Nervenzusammenbruch gesagt".. Der Punkt fiel ins Wasser. Die Gefahr war abgewendet. Zufall oder Fügung, daß ich die scharfe Waffe in die Hand gespielt bekam? Die Häufung all dieser kleinen Dinge, die doch von so großer Bedeutung waren, läßt mich nur an die Fügung glauben.

So hatte ich mit P. Bange die Familienbande wieder geknüpft, aber es war unmöglich, mit P. Jung zu sprechen. In dieser Woche hatten wir einen jungen Stationswachtmeister, der korrekt und freundlich in seinem Benehmen war, wenn er auch vor den Poli­zeimeistern den ,, Strengen" markierte.

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