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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
Entstehung
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Höhe gebracht hat. Er ist Doktor der Philosophie, hat in Innsbruck studiert und bei Gemelli in Mai­land Versuche über Hirnpsychologie( Experimente) gemacht. Er hat auch Medizin studiert, fast bis zum letzten Examen. Er ist katholisch, hat aber leider wegen eines unglücklichen Religionslehrers während seiner Studienjahre den wahren Anschluß an die Kirche zeitweilig verloren. Er ist ungemein uni­versal gebildet und ein sehr tiefer, warmblütiger Mensch. Im Nu sind wir in philosophische, theolo­gische, politische und andere Probleme hineinver­flochten und wir merken, daß der ganze Flur als hörende Gemeinde an unseren Diskussionen teil­nimmt. Das Verhältnis zwischen uns beiden wird bald ein sehr warm- menschliches. Als Fritz mir zum erstenmal zaghaft seinen Gute- Nacht- Gruß an die Wand klopfter schläft ja mit mir Seite an Seite- antworte ich, und er gesteht mir später, wie sehr ge­rade dieses ,, Gute- Nacht- sagen" ihm ein Heimatgefühl gegeben habe. Wir kennen uns nicht vom Sehen, nur vom Hören. Keiner kann sich eine Vorstellung vom andern machen, nur seine Stimme kennt er, und doch sind unsere Herzen schon tief miteinander verbunden. Durch die Freundschaft mit Fritz werden die langen, qualvollen Stunden nicht wenig verkürzt. Denn in diesen Wochen lerne ich den Hunger kennen. Einen nagenden, quälenden Hunger, der einen tagsüber ständig an die Mahlzeiten denken läßt und der mir nachts endlose Träume von üppigen Mahlen und Speisen vorführt. Aber unsere geistige Gemeinschaft hilft uns über solche irdischen Dinge leichter hinweg.

Wir sind inzwischen sehr verwildert, da während der Quarantäne weder rasiert noch das Haar ge­schnitten wird. Ich habe einen Bart, d. h. besser: ein sauerkrautartiges Gebilde. Eines Tages sehe ich auf dem Hof bei einem Wachtmeister einen Gefangenen stehen. Wir mustern uns flüchtig, aber während ich schnellen Schrittes immer wieder das Höfchen aus­

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