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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
Entstehung
Seite
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trocknet. Aber gleichwohl ist es mir eine große Freude. Meine Kusine und meine Schwester wollen mich besuchen. Davon erfahre ich erst im nächsten Verhör, ein Vierteljahr später, zufälligerweise. Und doch bringt diese Quarantäne gleich einen Be­weis, daß Gottes Finger hinter allem steht. Sie ist der Grund, daß ich am Ende der Quarantäne verlegt werde, nachdem ich die erste der langen Reihen von Entlausungen durchgemacht.- Entlausung be­deutet ein Fest, denn es ist eine Abwechslung im trägen Gleichschritt der Tage und bedeutet die Mög­lichkeit, vielleicht mit einem anderen im Bad stun­denlang( völlig ungekleidet) eingesperrt zu sein und also wieder einmal mit einem Menschen zusammen­zutreffen. Gleich die erste Entlausung bringt eine interessante Zusammenstellung. Wir sind unser Vier eingesperrt im Bade und warten auf unsere Kleider, die im Entlausungskessel sind. Es sind 2 SS - Leute und 2 Pfarrer schwarz alle 4. Einer der SS­Leute sitzt wegen Mord. Er hat einem, der seiner Frau nachstellte, das Bajonett in den Bauch ge­stoßen. Er war ehemals Erzieher in der Dehrner An­stalt, kennt Limburg und die Pallottiner . Er erzählt von dem Kz. Buchenwald, wo er als Wachmann ein­gesetzt war, dunkle, furchtbare Dinge. Aber das Kz. lag für mich ja noch außer jeder Berechnung. Das ist also am Ende der Typhus - Quarantäne, daß ich einen Gang tiefer gelegt werde.

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Ich bin kaum in der neuen Zelle, da wage ich es und pfeife einen Liedanfang durch die Ritze der Tür: ,, Jubelnd klingt das Lied der Treue". Nach der 2., 3. Wiederholung tönt die Fortsetzung leise aus der einen Ecke und bald auch aus der anderen, und nun höre ich: ,, Nöckel, bist Du da?" Ich begrüße P. Jung und P. Bange. So sind wir durch die Qua­rantäne jetzt Familie geworden; können auch nur ganz spärlich durch Rufen über den Gang unsere Gedanken austauschen, pfeifen uns durch Lie­der gegenseitig Ermunterungen und Erbauungen zu.

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