sodaß man sich nicht anlehnen kann; oder der Spa- ziergang im Käfig auf und ab. Kein Buch wird mir gestattet, kein Gebetbuch, kein Rosenkranz , keine Zeitung, keine Arbeit, gar keine Beschäftigungsmög- lichkeit. Das ist schlimm; so blieben einem die lan- gen Stunden in der dämmrigen Zelle nur zum Grü- beln und wieder Grübeln.
Bald ritze ich mir auf die Wand neben die naiven oder obszönen Sprüche 14 Kreuzchen, vor denen ich meinen täglichen Kreuzweg bete. Den habe ich mir auf meine Lage selbst zurechtgebetet. Denn in- zwischen bin ich mir ganz klar: nicht die Gestapo hat mich geholt, wie sehr sie auch meint, selbst Treiber zu sein, sie ist doch nur die Getriebene. Mich hat Gott geholt, und ich weiß auch genau warum. Mir sind die Zusammenhänge zwischen meiner Haft und dem 4. Oktober 1942 ganz klar. Allmählich bin ich seelisch durchaus ruhig und habe mich auf alle Möglichkeiten eingestellt, auch mein inneres Ja dazu gesprochen. Ich weiß, daß so keine Sekunde meiner Haft umsonst ist. Ich weiß mich gerade jetzt erst recht eingeschaltet in den Strom des Gnadenkapitals, ich weiß, daß ich mit einer ganzen Anzahl Mitbrüder dasselbe leide und bin im Grunde froh, ja, sogar ein klein wenig stolz darüber..
Schlimm ist's, daß man kaum an die Luft kommt. Da wir ja 10 Pallottiner im Gefängnis sind, gelten wir als Komplizen und werden nur einzeln zum täg- lichen Spaziergang hinausgeführt. Dieser Spazier- gang besteht darin, daß man 5—-10 Minuten auf einem ‚winzigen, mit riesenhohen Mauern umgebe- nen, schmutzigen und verspuckten Hof umgetrieben wird. Trotzdem: Der Spaziergang, das einzige Er- eignis des Tages, bedeutet für den Gefangenen un- geheuer viel und ich empfinde es schmerzlich, daß ich fast 50 Prozent aller Tage(wohl durch Bequemlich- keit der Beamten) garnicht an die Luft komme. Man lebt und verbleicht in seiner Zelle wie’ eine Kar- toffel im Keller. s
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