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Nun folgt der 3. Punkt:
Eine Aufzählung verschiedener Äußerungen, die ich getan haben soll. Ich habe den Eindruck, daß diese Äußerungen aus alten Akten mir vorgelesen werden. Ihrem Inhalt nach sind sie so, daß sie von 90 Prozent, vielleicht gar 99 Prozent aller Deutschen gemacht worden sind. Ihrer Form nach kann ich sie mit gutem Gewissen als nicht von mir stammend bezeichnen. Darüber der dritte Wutausbruch, abermals eine Stufe höher. Nun wird mir Dachau ganz entschieden in Aussicht gestellt: ‚Auf 20 Jahre können Sie sich von vornherein gefaßt machen. Sie brauchen nicht zu denken, daß Sie in diesem Krieg das Lager wieder verlassen werden“.
Meine Antwort auf alle Beschuldigungen, stereotyp- lakonisch:„Diese Äußerung habe ich nicht getan“— „erinnere mich nicht, eine solche Äußerung je getan zu haben“—„ich weiß nichts von einer solchen Äußerung!“—„Diese Äußerung habe ich ganz be- stimmt nicht getan!“
Das. Protokoll ist im ganzen nur dreiviertel Tipp- seiten lang. Ich unterzeichne, während man ihm die Wut über das geringe Ergebnis dieses Verhörs an- sieht.
Während ich noch wartend dastehe, tritt der Kom- missar G. ein. Mit den leisen Schritten eines Pan-
‚ thers schreitet er auf mich zu. Gepflegt,im Äußeren,
verhalten und ruhig beim Sprechen. Mit einer leisen, tückischen Stimme fragt er mich.„Was sind Sie?“ „Katholischer Priester“.„Warum sind Sie hier?“— „Das weiß ich selbst nicht!“„Oh, das wissen Sie nicht, na, Pech gehabt“. Und mit einem teuflischen Lächeln geht er in sein Zimmer zurück.
Etwa um 1 Uhr komme ich gänzlich erschöpft wieder im Gefängnis an, nachdem mich der Gestapo -Beamte entlassen hat mit der Bemerkung:„Na, jetzt werden Sie ja Zeit haben zu überlegen, ob Sie bei Ihrer Lüge bleiben wollen oder nicht“. Essen kann ich nicht,
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