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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
Entstehung
Seite
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amten hervor:So fangen Sie nur an! Also so wollen

Sie lügen! Gut! Sie werden ja sehen, was Ihnen dar- aus entsteht.

Und dann geht eine Stunde lang Streit zwischen uns beiden, er in Beschuldigung, ich in glatter Abrede. Nachdem er sich notdürftig wieder beruhigt hat, wird also Punkt 1 meines Protokolls niedergeschrie- ben nach meinem Diktat:Wenn mir vorgeworfen wird, ich habe ein Hetzgedicht(siehe oben) verbrei- tet, so antworte ich, daß ich dieses Gedicht erst ken- nengelernt habe durch das Verlesen des Herrn Ober- sekretärs Th. Ich erbitte Beweise und Zeugen. Die Stimmung von Herrn Th. ist schon wesentlich ge- reizter und schlechter als er nun mit P unkt 2 be- ginnt:Herr Poieß, Sie haben den M öldersbrief vor Jungmännern verlesen,

Nun bin ich mir klar, die Anklage ist glatt aus der Luft gegriffen.Ich habe diesen Brief nicht ver- lesen.

Der zweite gesteigerte Wutausbruch meines Gegen- über:Ich hätte Sie doch für klüger gehalten, also so unverschämt zu lügen, das ist mir doch noch nicht vorgekommen. Und dann schraubt er sich in eine Erregung hinein und will mich offenbar weich machen durch brutales Geschrei und schlimmste Dro- hungen, so etwa:Wenn Sie nicht zugeben, werden wir Sie nach Dachau oder Buchenwald schaffen usw. Meine Antwort:30 lebende Jungmänner sind meine Zeugen, daß ich diesen Brief nicht verlesen habe, Wieder dauert der Kampf in Rede und Gegenrede eine gute Stunde. Er schimpft, tobt, droht, lockt auch dazwischen wieder einmal ich leugne gleichmütig und ständig, zum Schluß immer wieder mit den gleichen Wendungen. Das Ende: Punkt 2 des Proto- kolls:Wenn mir vorgeworfen wird, ich habe den Möldersbrief vor Jungmännern verlesen 30 Jung- männer sind meine Zeugen, daß ich diesen Brief nie verlesen habe. Ich erbitte Beweise und Unterlagen.

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