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Strohsackes. Naiverweise denke ich, daß mir bald ein Besen übergeben wird, die Zelle damit zu säubern. Da entlädt sich schon über mein ahnungsloses Haupt ein furchtbares Donnerwetter von seiten des Wacht- meisters, daß ich meine Zelle noch nicht sauber habe und merke nun, daß ich mit dem haarlosen Hand- besen die Sache hätte bewerkstelligen sollen. Ich mache es dann mehr oder minder gut. Die Pritsche muß aufgestellt werden und die Decke in Zigarren- kastenform geordnet werden. Eine Delle in der Decke ruft einen Tobsuchtsanfall des Wachtmeisters hervor. Kurze Zeit darauf werde ich äbgeholt zur ersten Ver- nehmung der Gestapo . Zum erstenmal sitze ich in der„grünen Minna“, d.h. ich sitze nicht, sondern ich stehe eingequetscht mit ca. 30 anderen Häftlingen. Außerdem werden noch eine Anzahl Frauen unter- gebracht.
Das Gebäude der Gestapo ist palastartig, breite Trep- penaufgänge mit roten Läufern.— Ich werde in ein Zimmer geführt, wo mich ein riesiges, brutales Hitlerbild anstarrt, und dort beginnt das Verhör. Als Einleitungszeremonie lädt der Gestapobeamte lang- sam und betont einen Revolver und legt ihn_vor sich hin. Er ist an diesem Morgen offenbar nicht ausge- schlafen und sehr schlecht aufgelegt.
„Herr Poieß, wir können die Sache ja auch vernünf- tig machen. Wissen Sie, es ist ja viel besser für Sie, Sie geben zu. Wissen Sie, dann werden Sie dem Richter übergeben, Sie haben Ihre Strafe abzusitzen, dann sind Sie erledigt. Im anderen Falle fahren Sie jasschlechter.—
So, Herr Poieß, Sie haben ein Hetzgedicht verbreitet: ‚Die Preise hoch, die Läden fest geschlossen’!“— Mir ist es, als wenn mir irgendeiner mit einem Ham- mer vor den Kopf schlüge. Als ich mich von meinem Schrecken erholt habe, platze ich los:„Na also, das ist aber doch allerhand! Das Gedicht kenne ich über- haupt nicht. Das ist das erstemal, daß ich es höre!“ Diese Antwort ruft den ersten'Wutausbruch des Be-
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