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Kampf um den Kopf : meine Erlebnisse als Gefangener des Volksgerichtshofes 1943 - 1945 / Gerhard Schultze-Pfaelzer
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,, Achtung! Alle herhören! Wenn der Feind in die Anstalt kommt, werden die Zellen geöffnet. Jeder nimmt seine gerollte Decke über die Schulter und tritt draußen vor die Tür."

Der Oberverwalter schnarrt es mit verdünnter Stimme durch den Gang, und ein Geraune und Gemurmel antwortet ihm.

Man wägt noch mehrfach die schwerwiegenden Worte auf der Zunge und im Hirn: ,, wenn der Feind in die Anstalt kommt..." Unser Feind ist es nicht, aber hier in diesem Hause hat manch einer Grund, seine Feinde zu fürchten. In den Gängen brüten die Instinkte.

Es ist noch früher Morgen, eben schlug es sieben Uhr, und der Kalender in unserm ungeduldigen Zeitbewußtsein zeigt Mittwoch, den 11. April 1945.

,, Wie wär's, wenn wir uns mal erstklassig rasierten", meint der oberschlesische Zellenfreund und ärztliche Berater. ,, Die Angelsachsen , ergänzt er ,,, legen nämlich auf gutrasierte Backen besonderen Wert. Wer mit Stoppelbart erscheint, ist von vornherein bei ihnen abgemeldet."

Wir seifen uns nach allen Regeln der Rasierkunst ein, ob­wohl wir eigentlich noch ziemlich wasserscheu sind, denn in unseren dürren Gebeinen rumort der Hungerfrost, und kein wärmender Sonnenstrahl dringt in unser steinernes Zellenloch.

Nun warten wir und horchen, wir warten weiter und hor­chen und horchen, doch es rührt sich nichts. Nirgends Schritte, alles mäuschenstill. Nächstens müßte man das Krabbeln des Ungeziefers vernehmen.

Endlich wenigstens die Alarmsirene; ihr Geheul ist aller­dings nur alltäglich. Aber dann prasseln die Bomben, und der Wackeltanz der befestigten Dinge beginnt. Auch das ist keines­wegs neu, wir erwarten ja mehr und sind mit andern Spannun­gen geladen.

Die Zelle schlingert wie die Arche Noah vor Magdeburg . ,, Verflucht und zugenäht. Mensch, halt dich fest, damit du

nicht in den Kübel fliegst.

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Verdammt nochmal!"

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