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Es ist ein unvergeßlich ekelhafter Tag, dieser 19. März 1945. Ich werde geschunden und gebrüht. Es beginnt, indem ich mit Sachen, Decken, Geschirr und Arbeitsmaterial beladen qualvoll und sinnlos im Gang herumgehetzt werde.
Dann schiebt sich alles über eine enge Treppe zum ,, Hausvater" hinauf, bei dem es hier noch ruppiger und roher zugeht, als das sonst schon bei Gefängnis- Hausvätern üblich ist. Halb entkleidet, mit losen Bündeln bepackt, werde ich schließlich die Treppe wieder heruntergejagt, verliere meine Briefe, meinen beinahe noch unersetzlicheren Bleistift.
Die ungewohnte frische Luft läßt mich schon wieder schwindlig werden, ich taumle über Höfe, durch eine Allee, falle wieder über meinen aufgelösten Krempel zusammen, Landschaft und Schornsteine fahren um mich Karussel. Da spüre ich einen kraftvollen Stiefel- Fußtritt im Gesäß, es ist der Wachtmeister mit der runden Rüsselschnauze und der strahlenden Gesinnungsbijouterie auf dem Busen. ,, Dir Aas, dir kenne ich-"
Mehr höre ich nicht mehr, denn ich bin ihm mit einem Verzweiflungssprung nach vorwärts entflohen. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als meine mitten auf dem Weg verstreuten Sachen aufzusammeln und hinter mir herzutragen. Hahaha!
Die Entlausungsanstalt des Zuchthauses ist ein Meisterwerk der Schikane und Vernichtung, gleicherweise gegen Menschen und Material gerichtet. Als ich die Hölle endlich hinter mir habe, bin ich am ganzen Leibe von überheißen Duschestrahlen verbrüht. Die rot entzündete Haut sträubt sich unter Weh und Ach gegen die grobe, in hundert Falten herumscheuernde Anstaltskleidung. Ihre Weite wirkt wie ein Hohn; oder ist hier etwa eine Mastkur geplant?
In dem Entlausungsofen haben sich Kamm und Zahnbürste zur Wellenform verbogen, und ich selbst bin nur ein Fragezeichen auf Holzpantoffeln von übermenschlichen Massen.
Ich komme zu dem neuen Frühlingskommando ,, Forstkultur". Ach, wie will ich mich der Sonne und den Winden entgegenwerfen. Aber erst eine Handvoll Schlaf. Er will in den eisigen Steinlöchern unter der dünnen Baumwolle nicht kommen. Der Schlaf beliebt uns zu narren und entschwebt als schmerzliches Wunschbild wie eine treulose Mädchengestalt.
Draußen im Treppenhaus ticken ein paar Pendeluhren mit blechernem Klingklang, sie schlagen die vollen und halben Stunden. Aber sie schlagen falsch, sie verwirren den Schlaf
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