der beginnt mit seiner eigenen Stirn gegen das Wagenholz zu trommeln. Ein anderer verröchelt mit blasigem Schaum vor dem Munde, niemand bemüht sich, diesen Krankheiten eine Deutung mit auf den Weg zu geben.
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Aber das alles bleibt Vorspiel zu einer großen Wahnsinnsszene. Plötzlich brüllt es von hinten ,, Feuer Feuer!" und unwiderstehlich tolle Fäuste bahnen sich einen Weg durch das Dickicht der andern menschlichen Körper. Blutunterlaufene Augen rollen fürchterlich. Ein Getroffener setzt sich zur Wehr und schlägt mit seinem Lineal zurück. Jetzt hat der Wahnsinnige eine Schnittwunde an Nase und Backe, der Blutquell färbt die Umstehenden rot.
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,, Ich bin der Führer persönlich, kniet vor mir nieder, sonst werde ich euch die Gurgel abbeißen", droht der Tobsüchtige. Da zaubert jemand knotige Bindfäden aus der Hose und schlingt sie dem Rasenden um die Handgelenke. Bald liegt er an Armen und Füßen verschnürt wie ein sperriges Bündel in der Ecke, sein Stöhnen wird allmählich rhythmischer, und in seinem Atem zuckt nur noch das Leid geschundener Kreatur.
,, Herr Wachtmeister, einer ist schon vor Durst verrückt geworden", kreischt jemand durch den Spalt an der Schiebetür.
,, Von mir aus sollt ihr Strolche alle verrückt werden", kommt es von draußen zurück. ,, Wir machen erst auf, wenn wir angekommen sind, und dann werdet ihr hoffentlich alle verreckt sein."
,, Die Höllenfahrt", stößt einer ächzend durch die Zähne.
Totenruhe liegt über unserm letzten Reisetag. Wir zählen keine Stunden mehr. Ohne Form und ohne Farbe tropft die Zeit wie heißes Blei.
Als sich wieder die Tür öffnet. quillt uns ein unwahrscheinlich blauer Himmel entgegen. Das Auge stürzt sich wie ein Schwimmer in den unendlichen Azur. Sind wir im elyseischen Jenseits angekommen? Silberne Sonnen blenden den Blick.
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