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Kampf um den Kopf : meine Erlebnisse als Gefangener des Volksgerichtshofes 1943 - 1945 / Gerhard Schultze-Pfaelzer
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wie Sie im Kittchen! Das kann sich ja auf die Dauer kein Mensch anhören. Wenn Sie wirklich von Ihrer Gesundheit der­art überzeugt sind, dann gehören Sie einfach ins Irrenhaus!"

Ins Irrenhaus! Das ist Musik in meinen Ohren. Und Bütten­berg ist schon ein ziemlich gescheiter Beobachter, er hat ge­merkt, daß ich dissimuliere. Aber traut er mir zu, daß ich auch noch die Dissimulation simuliere? Jedenfalls weiter in dieser Richtung. Wie wäre es, wenn ich Büttenbergs sanitäres Haft­lokal mit einem Irrenhaus verwechselte?

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Geben Sie mir endlich schriftlich, daß ich gesund bin. Herr Geheimrat, ich lasse mich nicht länger als Geisteskranken be­handeln, sonst muß ich die Hilfe des Gerichts in Anspruch nehmen. Ich habe sowieso noch auf dem Gericht zu tun, aber jetzt, wo ich wieder völlig bei Kräften bin, ist das eine Kleinig­keit. Ich bin alt genug, um mit dem Gericht allein und ohne Hilfe fertig zu werden. Also bitte, schreiben Sie mir einen Entlassungsschein, damit ich endlich dieses trübe Narrenhaus verlassen kann. Sobald ich dann meine Differenzen mit diesem sogenannten Volksgericht in Ordnung gebracht habe, trinken wir beide mal bei Kempinski eine gute Flasche."

Büttenbergs Ärger schlägt in offenes Wüten um. Er haut mit der flachen Hand auf den Schreibtisch, daß ihn hinterher sicht­lich die Finger schmerzen.

,, Jetzt hab ich's satt. Jetzt ist's genug. Sie sollen was er­leben. In den Verrücktenbunker mit Ihnen. Und dann ab ins Irrenhaus."

Ich reagiere auf seinen Ausbruch mit einer Heiterkeit, die ich nicht erst zu spielen brauche, denn ich bin von Herzens­grunde auf vergnügt. ,, Also beruhigen Sie sich, Herr Ober­medizinalrat, Sie sind überarbeitet und brauchen Erholung. Nehmen Sie Urlaub. Gehen Sie vierzehn Tage in den Winter­sport. Aber vorher schreiben Sie meinen Entlassungsschein. In diesem Sinne Grüß Gott."

Ich will gehen und wende mich schon nach einer leichten Verbeugung zur Tür.

,, Halt", ruft er knirschend hinter mir her, als wolle er, um nicht der zuletzt Besiegte sein, sich noch einmal zum Kampfe stellen.

,, Noch eins! Sie haben gestern und vorgestern behauptet, Ihr Mittagessen sei vergiftet. Eine schwere Wahnidee, in der Wiederholung schon ein kompletter Dämmerzustand. Und da­bei spielen Sie gleichzeitig den Gesunden und legen sogar ein

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