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bald nicht aus.“
lich hinführen? Sie reiben sich dabei auf. Der Krieg ist so
‚‚ Vielleicht noch erst mal ein Gastspiel im Irrenhaus?‘, frage ich in leiser Vorsicht,
„Sie meinen, daß der Obermedizinalrat Sie zu einer weiteren Beobachtung in die Heil- und Pflegeanstalt schicken wird? Einen so kranken Eindruck werden Sie kaum machen. Hm, hm, da müßten Sie dort schon mit dem, wie soll ich sagen— mit dem hysterischen Übertreiben sehr viel Glück haben. Dauererfolge solcher Art sind wenig wahrscheinlich. Seien Sie froh, daß Sie vorläufig im Tegeler Lazarett so gut aufgehoben sind.“
Bin ich gut aufgehoben? Wie leicht sich die Leute von drau- Ben’ so etwas vorstellen. Wenn sich wenigstens irgend etwas ereignete, das mir wieder kämpferischen Auftrieb gäbe! Ich
möchte mich wenigstens als Hysterischer richtig bewähren. Wie’
wäre es mit hysterischen Krampfanfällen? Das will um so mehr überlegt sein, je unüberlegter es wirken soll. Draußen verkrampfen sich die letzten Gräser im ersten Frostreif. Krampf sei die Parole.
Das einzig Neue ist zunächst ein Kalfaktorenwechsel. Auch die kleinen Dinge sind hier sehr wichtig. Franz, der Medizin- mann, wird entlassen. Ich habe ihm ein fabelhaftes Schreiben an das Versorgungsamt aufgesetzt. Es beginnt ganz klar und sachlich, damit die Behörde weiß, was er will, aber allmählich verwirrt es sich, Worte fallen weg, Gedanken kreuzen und ver- knäulen sich.
Zum Schluß behauptet Franz, er habe die Pflaumen wahr- scheinlich gar nicht in den Rucksack organisiert, sondern auf- gegessen, denn nach dem Ende des Dämmerzustandes hätte er furchtbare Leibschmerzen bekommen und auf mehreren Statio- nen aussteigen müssen, um eine Toilette aufzusuchen. Zuletzt sei es ihm dabei schlecht ergangen, und dann wäre er auch noch in seiner unangenehmen Lage eingeschlafen. Wenn das nichts hilft! Ich dichte mit einer gewissen Schadenfreude kleine Be- triebsunfälle des Zeitbewußtseins.
Jedenfalls habe ich das mit einem kleinen diabolischen Ver- gnügen aufgesetzt. Überhaupt bemerke ich bei mir eine stei- gende gerichtsmedizinische. Dichteritis.
Der Nachfolger von Franz ist auch ein invalider Soldat, aber ein junger aus dem zweiten Weltkriege, der bei Stalingrad durch Granatsplitter ein Auge verlor. Martin, so heißt er, war ein wohlgestalteter und fesch gekleideter Kaufmann aus der
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