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meinheiten noch mit schnoddriger Eleganz. So erteilt sie beispielsweise einem Teka den guten Rat: ,, Paß uff, det du wenigstens die Neese ins Jesicht behältst, wenn dir die janze Birne in die Jegend fliegt."
Unser empfindsamer Maxl hört sowas nicht gern, obwohl er immer wieder nach der neuesten atmosphärischen Tendenz in der Bellevuestraße fragt. Seit dem 20. Juli wirken sich die politischen Hochspannungen in der Strafjustiz immer blutiger aus, und die meisten Sachen, die vorher mit fünf bis sieben Jahren Zet geahndet wurden, enden jetzt in der Mordkammer. Neulich haben sie wegen einer kleinen Meckerei einen bekannten Filmregisseur der Ufa hingerichtet; er konnte nur noch seiner Braut beim Abschied die letzten Regieanweisungen für den Film mitgeben, an dem er gerade arbeitete, als man ihn in die Ewigkeit abholte. Die ,, schwarze Pest", der wir natürlich diese wahrhaft dramaturgische Darstellung verdanken, bemerkte dazu: ,, Schade, det der sich nich noch selba ene anständje Jasche zahlen konnte, als se ihm selba am Jaljen jefilmt haben."
Für die prominenten Staatsverbrecher des Juli- Unternehmens vom Leutnant und Legationssekretär aufwärts bis zum Feldmarschall und Minister hat Herr Freisler neuerdings einen Sonder- Senat gebildet. Der erste Senat, zu dem wir beide von der Tegeler Lazarettzelle 29 gehören, ist jetzt sozusagen nur noch ein Todessenat zweiter Klasse.
Unserm Senat präsidiert jetzt ein Nazirichter mit dem bezeichnenden Familiennamen Stier. So wird also Schlenk die Ehre haben, in der kleinen Arena am Potsdamer Platz zu einem Stierkampf anzutreten. Das rote Tuch trägt dieser Stier bereits als Robe um die Schultern, es braucht ihm also nicht erst vorgehalten und umgehängt zu werden.
Wie es um Maxls Krankheit wirklich bestellt ist, darüber weiß ich eigentlich auch nicht viel besser Bescheid als Dr. Büttenberg über die meinige. Allerdings ist seine Anaemie beinahe Tatsache, zwar längst nicht mehr durch Blutuntersuchung, aber durch Blässe und Schwäche bewiesen. Wieweit die Schwindelanfälle aber Schwindel sind, weiß Maxl selbst nicht genau. Als perniziös hat er sein Leiden selbst mit Hilfe des braven Lexikons gekennzeichnet. Schlenk gehört zu denen, die nicht gesund werden wollen, weil sie nicht die Vorteile des Krankseins verlieren möchten; jetzt hat er ja noch besonders akuten Anlaß, den chronischen Charakter seines Zustandes zu betonen. Aber mit der sogenannten Benommenheit und mit dem Hin
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