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andere, bessere giovinezza- Verse ein, die von Ihrem Florentiner Landsmann, dem großen Medicäer! Sie müssen gütigst entschuldigen, ich habe mir im Knast das Zittern angewöhnt. Also gestatten Sie schon, daß ich Ihren prächtigen Lorenzo beschwöre:
,, Quant' è bella giovinezza,
Che si fugge tuttavia! Chi vuol esser lieto, sia:
Di doman non c'è certezza."
Seine Sinne genießen den Wohllaut der alten Strophe mit. Aber dann verschleiern sich seine blanken Augen. ,, Ach, ich liebe die Freiheit noch mehr als die Frauen. Aber in Deutschland habe ich gar keine Hoffnung mehr. Das Volksgericht will mich wegen Sabotage verurteilen, und da gibt es nur den Tod. Ich bestehe aber darauf, daß ich nach Mailand ausgeliefert werde. Natürlich würde ich dort vom faschistischen Kriegsgericht erschossen. Doch man richtet keinen hin, den man nicht hat. Unterwegs will ich nämlich zu den Partisanen entfliehen. Das ist in dem zerrütteten Oberitalien schon bedeutend leichter als in Deutschland . Sie werden mir noch manche Kugel nachschicken. Und manchmal bin ich schon so müde, daß ich wünschen möchte, eine träfe mich."
Ich streiche über seine gepflegte, vom Kampf ums Leben noch nicht gehörnte Hand und wiederhole: ,, Chi vuol esser lieto, sia! -Oder in freiem Deutsch: Willst du frei sein, wage es!"
Sein Dankesblick ist beinahe zärtlich. ,, Wie wollen Sie es denn wagen?", fragt er ratsuchend.
Ich weiche aus und fahre mir über die Stirn, als deute ich. an, daß meine Rettung aus dem unsichtbaren Chaos hinter dieser Stirnwand wachsen soll. Er versteht mich nicht.
,, Waren Sie eigentlich auch in die unglückliche deutsche Geschichte vom 20. Juli verwickelt?"
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,, Unglückliche deutsche Geschichte", spreche ich langsam nach. ,, Das ist das rechte Wort. Die ganze deutsche Geschichte ist eine Kette von Unglücksfällen. Si, si, Signore! Immerhin bin ich stolz, daß ich in die Vorgeschichte des 20. Juli verwickelt war. Ja, ich bin ein Vorläufer gewesen, gehörte gewissermaßen zu einem Spähtrupp, wurde leider schon dreiundvierzig als Hochverräter verhaftet. Tatsächlich habe ich aber schon seit neununddreißig gegen den verrücktesten aller Weltkriege in der Bendlerstraße Sabotage getrieben."
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