nach Brand. Und aus dem grauen Erz der Panzerwände sprieBen die Sonnenstrahlen und reifen zu gelben Ahren. Und in den Armen halte ich die ewige Geliebte der Menschen, die niemals alternde Frau, die Freiheit!
Alle Geister erwachen, die Liebe siegt! Ich will nicht sterben, es ist eine Lust zu leben, und wenn in meinem Leibe tausend Zangen zerren!
Nichts mehr von feiger Selbstzerstörung, ich gebe mir Befehl, ich gebe mir den unumstößlichen Befehl: Du lebst, und du wirst leben! Roland Freisler , ich spotte deiner, du blutiger Hanswurst! Hinab in deine Hölle!
In unsern Panzern fährt der neue Geist. Aus unsern Panzern flammt das lebendige Wort.
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Seid ihr schon da, kommt ihr mich retten? Ich höre draußen allerlei Gedröhn steht ihr schon in der Lehrter Straße ? Gebt ihr schon Vollgas, um die letzte Ziegelmauer zu durchstoßen?
Seid ihr schon da? Ich warte.
,, A III 91 zur Zentrale kommen." Ich bin aufgerufen, holen sie mich schon? Steht ein Wünsdorfer Panzer vor dem Tor, mich heimzuholen?
In den nüchternen Disharmonien der Gefängniszentrale schüttle ich die Wunschträume ab.
Mein neuer Verteidiger ist da, er kommt wie gerufen, er soll mir ein besserer Figaro sein. Vor mir sitzt ein sehr schlichter, vielleicht etwas grämlicher Herr. Er spricht ohne jeden Aufwand. ,, Ich habe mit großer Teilnahme von Ihrem Schicksal gehört."
Das hat er nicht originell, aber warm und nett gesagt. Ich taxiere die Menschen schnell und genau, seit ich nur noch so wenigen begegne. Dieser Mann ist kein Nazi und will auch keiner sein. Ich frage sofort, was draußen los sei.
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,, Ach, nichts Gutes", antwortet er trübe. Das könnte doppelsinnig sein, aber in seinem Mund klingt es nur naiv bekümmert. Wirklich nichts Gutes", fährt er fort. ,, Der Aufstand der Offiziere scheint schon endgültig gescheitert zu sein. Ein miẞlungenes Unternehmen ist schlechter als gar keins. Herr Himmler dürfte jetzt mächtiger sein als je zuvor. Gestern abend wurden ein paar tausend Verhaftungen vorgenommen. Mindestens ein paar hundert davon kommen vors Volksgericht. Wieder deutsches Blut, das nutzlos vergossen wird. Es gelang mir heute
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