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Dem Ende entgegen
Schon im Mai des Jahres 1940- fünf Wochen nach meiner Einlieferung in das KZ war eine Musterungskommission der Wehrmacht im Lager erschienen, um die Angehörigen des Jahrganges 1900 auf ihre Wehrtauglichkeit zu untersuchen. Die Untersuchungen, die mehrere Tage dauerten, fanden in der Baracke 14 statt und zeichneten sich durch keine allzu große Gründlichkeit aus. Auch ich wurde zur Musterung befohlen und nach wenigen Minuten k. v. geschrieben. Da ich nicht vorbestraft war, stellte man mir frei, eine Waffengattung zu wählen, und ich entschloß mich zur Artillerie. Für das Brustbild des Wehrpasses wurden wir in Zivil fotografiert, der Paẞ kam zu den Akten, die Kommission reiste wieder ab, und die Angelegenheit schien erledigt.
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Es war nicht sehr wahrscheinlich, daß die Regierung- noch dazu diese Regierung. sich eines Tages auf den Heldengeist der von ihr in die Konzentrationslager verschickten Staatsbürger besinnen würde. Die Untersuchung erschien uns als eine Formalität, wie irgendeine andere auch, und der peinliche Gedanke, daß man mich einmal zur Verteidigung einer Sache, die nicht meine Sache war, zwingen könnte, verlor sich im Laufe der Jahre.
Drei Jahre später, im Sommer 1943, wurden alle im Lager befindlichen Berufsverbrecher, die ihre Wehrwürdigkeit auf Grund ihrer Zuchthausstrafen eingebüẞt hatten, zum Kampf um die Ehre und Freiheit ihres Vaterlandes aufgerufen. Die Meldung war freiwillig, und die Truppe, zu der diese Freiwilligen abgestellt werden sollten, nannte sich„, SS- Panzerdivision Dirlewanger". Die Geschichte dieser Division ist die Geschichte eines Verbrechers. Der Mann, dessen Namen sie führte, hatte sich als höherer SS- Offizier die Ungnade seines obersten Kriegsherrn zugezogen, dann aber doch wieder Gnade gefunden und sich das Recht erworben, eine
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