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Nacht und Nebel : ein Sachsenhausen-Buch / Arnold Weiss-Rüthel
Entstehung
Seite
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XXII

Verräter verheerend am Werk

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Wenige Wochen bevor die in den vorigen Kapiteln geschil­derten Besserungen unsere äußere Lage beeinflußten, waren die bis dahin tätigen Häftlinge der Lager- Schreibstube und anderer Kommandostellen ihrer Ämter enthoben worden. Aus Gründen, die jeder Logik entbehrten und die man ein­fach konstruierte, weil man die wirklichen Ursachen nicht nennen wollte, wurden Häftlinge wie Harry Naujoks, Albert. Buchmann, Rudi Grosse, Karl Schirdewan, Wilhelm Girnus, Fritz Selbmann, Werner Starke und andere, die sich um das Lager zu unseren Gunsten sehr verdient gemacht hatten, eines Tages verhaftet", in den Zellenbau gesperrt und nach Verlauf von 8 Wochen Dunkelarrest in das berüchtigte Stein­bruchlager Flossenbürg strafversetzt". Als Vorwurf wurde gegen sie erhoben, einer Konspiration kommunistischer Elemente führend anzugehören und eine Art Häftlingsfür­sorge im Sinne der Roten Hilfe" ins Leben gerufen zu haben. Die Gründe, aus denen man diese Männer vernichten wollte, wurzelten in der Tatsache, daß keiner von ihnen bereit war, sich für die Interessen der SS, also gegen das Lager, ge­brauchen zu lassen. Das schnöde Ansinnen, als verlängerter Arm der SS" Verrat zu üben an den Interessen ihrer Mit­häftlinge, hatte sich diesen Männern gegenüber als fruchtlos erwiesen. Da man aber, unter Berücksichtigung der für das Lager geplanten Neuerungen, unbedingt einige Kreaturen benötigte, die bereit waren, die Stimmung im Lager zu über­wachen und eventuell aufflackernde Widerstandsbewegungen sofort nach oben" zu melden, mußten die Genannten, die dazu nicht zu gebrauchen waren, entfernt und durch willigere Personen ersetzt werden. Im Vernichtungslager Flossenbürg sollten diese achtzehn Häftlinge, die zur besonderen Charak­terisierung einen blauen Punkt auf ihren Jacken tragen mußten, langsam zugrunde gehen, und nur durch eine bei­

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