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Nacht und Nebel : ein Sachsenhausen-Buch / Arnold Weiss-Rüthel
Entstehung
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an irgendwelche unerreichbare Speisen reagierten. Menschen, die in ihrem ganzen bisherigen Leben nicht daran gedacht hatten, sich um die Geheimnisse der Kochkunst zu kümmern, erfanden jetzt Kochrezepte oder schnitten sich solche aus den Zeitungen aus, um sie stets bei sich zu haben und desto gründlicher studieren zu können. Auf dem großen Müllhaufen hinter der Küche, der nach Rübenabfällen, verfaulten Kar­toffelschalen und in Verwesung übergehenden Knochen stank, krochen schauerlich ausgemergelte Häftlingsgestalten herum und rissen sich gegenseitig den stinkenden giftigen Unrat aus den Händen, um ihn mit wilder Gier zu verschlingen. Zahl­reiche Häftlinge starben am Genuß dieser Dinge oder irgend­welcher Wurzeln und Kräuter, auch Baumrinden, die sie von ihren Arbeitsplätzen mit ins Lager brachten. Auf dem Bauhof hinter der westlichen Lagermauer sah ich eines Tages einen alten holländischen Juden, der auf einem Rasenstück kniete und mit vor Kälte zitternden Händen das spärliche Gras ab­rupfte, um es sich in den zahnlosen Mund zu stopfen. Im Kartoffelkeller der Küche wurden rohe Kartoffeln, ja selbst Schalen vertilgt, und an irgendeiner Baustelle schmierten sich ukrainische Häftlinge das Isolierfett von elektrischen Kabeln auf ein Stück steinhartes Brot. Was unter solchen Verhält­nissen der Erlaẞ Heinrich Himmlers für uns bedeutete, bedarf wohl keiner weiteren Ausführung. Ein Atemzug der Erlösung ging durch das ganze Lager, ein fühlbarer Strom neuer Lebenskraft, den lediglich die bange Furcht, man könnte die uns zugedachten Pakete unterschlagen, quälend beeinträch­tigte, Ich habe später gehört, daß in verschiedenen anderen Lagern tatsächlich ein großer Teil der für die Häftlinge be­stimmten Pakete von der SS veruntreut wurde. In Sachsen­hausen war dies die Objektivität zwingt mich zu dieser Feststellung nicht der Normalfall.

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Die Zahl der Pakete, die täglich einliefen, ging in die Tau­sende. Man sah deutlich, in welchen Ländern noch ein ge­wisser Wohlstand herrschte. Franzosen , Tschechen und Nor­ weger erhielten riesige Kisten", die letzteren durch das dänische und schwedische Rote Kreuz, die ihre Sendungen in eigenen LKWs direkt in das Lager leiteten. Auch die Polen

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