1. Ordnung unterhielten. Hier wurde alles hergestellt, was die SS als Truppe und die SS - Dienststellen, aber auch die einzelnen SS - Angehörigen und deren Familien benötigten: Monturen und Lederzeug, Polsterund Sattlerwaren, Bürobedarfsartikel, Möbel, Teppiche, Kleider, Schuhe, Kinderspielzeug, Radioapparate und wissenschaftliche Instrumente, kurz alles, was dem Zweck der Eigenständigkeit der SS dienstbar gemacht werden konnte. In den SS - eigenen Bauhöfen wurden sämtliche Bauvorhaben, von der Vorplanung bis zur schlüsselfertigen Übergabe, ausgeführt. Eine eigene Porzellanmanufaktur fertigte Schmuckund Gebrauchsgegenstände der Keramik, eigene Laboratorien, Versuchswerkstätten, Ziegeleien und Kiesgruben, Schotterwerke, Steinbrüche, Lebensmittelfabriken und Medizinallager, Druckereien und Verlage vervollständigten das Bild wirtschaftlicher Autonomie, das durch den Krieg noch eine gewaltige Ausweitung erfuhr durch die Angliederung zahlreicher Rüstungsbetriebe. Betriebe dieser Art waren: das SSKraftfahrzeugdepot, die kraftfahrtechnische Versuchsabteilung, das Nachrichten- Zeugamt, das Haupt- Zeugamt, verschiedene Sendestationen( in Sachsenhausen ,, Herz As" und ,, Fuchsbau"), das Amt B III, ferner Munitionsfabriken, Granatengießereien, Flugzeugwerke usw. usw.
Betrachten wir die verschiedenen Produktionsgruppen aller SS - eigenen Betriebe, soweit sie in Lagern untergebracht. waren, so ergibt sich für Sachsenhausen in der Reihenfolge ihrer Entwicklung etwa folgendes Bild:
von 1933-1945
von 1941-1945 von 1942-1945
Da jede der drei Produktionsphasen sich aus ganz verschiedenen zeitlichen Bedingungen und Forderungen heraus entwickelte, mußte auch in bezug auf die Behandlung der an der Durchführung dieser Wirtschaftspläne beteiligten Häftlinge von Zeit zu Zeit eine Wandlung eintreten.
In der Zeit von 1933 bis 1941, also im Rahmen der 1. Produktionsphase, hatte man durch die zahlreichen Verhaftungen
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