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Nacht und Nebel : ein Sachsenhausen-Buch / Arnold Weiss-Rüthel
Entstehung
Seite
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XX

Profite der Sklavenausbeutung

Zu derselben Zeit, da durch die Eröffnung des Zweigwerkes Oranienburg der Luftschiffbau Zeppelin G. m. b. H." der industrielle Charakter des Konzentrationslagers eine Aus­weitung erfuhr, machte sich im gesamten Arbeitsbereich des Lagers eine Wandlung von weittragender Bedeutung bemerk­bar. Zum besseren Verständnis dieses Vorganges muß ich noch einmal auf die schon in Kapitel IX gemachten Äußerun­gen über die damaligen Arbeitsverhältnisse im Lager zu sprechen kommen. Ich verweise dabei auf den Bericht über das Klinkerwerk und bemerke ergänzend, daß die dort ge­schilderten Zustände ihren Charakter nur so lange erhalten konnten, als sie von den entwicklungsbedingten Einflüssen der Kriegswirtschaft unberührt blieben. Inzwischen hatten die Ansichten über die Dauer und den erhofften Verlauf des Krieges einige Änderungen erfahren. Der Feldzug gegen Rußland und Amerikas Eingreifen in die Ereignisse in Eu­ropa hatten die Aussichten auf eine baldige, für Deutschland siegreiche Beendigung des Krieges stark beeinträchtigt. Die leichtfertige Annahme, daß Rußland kapitulieren würde, ver­lor von Monat zu Monat an Wahrscheinlichkeit; die unver­kennbare Tatsache, daß man sich über das Kriegspotential des Gegners in verhängnisvoller Weise getäuscht hatte, zwang zu gewaltigen Anstrengungen, die schließlich zur verzweifelten Proklamation des totalen Krieges" und des totalen Arbeits­einsatzes führten.

Wie alle Wirtschaftsbetriebe im Reich, mußten auch die in den Konzentrationslagern untergebrachten die verschiedenen, durch die Fortsetzung des Krieges verursachten Bewegungen mitmachen, was zur Folge hatte, daß der eigentliche Zweck jener Lager nicht mehr in vollem Maß erfüllt werden konnte. Man fing an zu begreifen, daß die planmäßige Vernichtung von Arbeitskräften allmählich zu einem progressiven Verstoß

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