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Nacht und Nebel : ein Sachsenhausen-Buch / Arnold Weiss-Rüthel
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war, die in oder in der Umgebung von Berlin niedergegan­genen Blindgänger oder Bomben mit Zeitzündung zu ent­schärfen und unschädlich zu machen. Es wurden zunächst ,, Freiwillige" zur Bildung solcher Kommandos aufgerufen. Um den gefährlichen Einsatz schmackhafter zu machen, stellte die Lagerführung solchen Häftlingen, die dreimal an der Aktion teilgenommen hatten, die Entlassung in Aussicht. Zwar glaubten wir nicht an die Ehrlichkeit dieses Versprechens, aber es fehlte trotzdem nie an Freiwilligen, wiewohl mehrere dieser Kommandos nicht wieder in das Lager zurückkamen; sie gingen in die Luft, wurden von den vorzeitig explodieren­den Bomben zerrissen und in Atome zerfetzt. Es erübrigt sich zu betonen, daß niemals ein Häftling auch nicht nach dreißigmaliger Teilnahme aus dem Lager entlassen wurde. Das einzige, was man ihm zubilligte, war, daß er sich die Haare wachsen lassen durfte und täglich etwa 200 Gramm Brot mehr erhielt.

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Aber war dieser Preis den Einsatz eines Lebens wert? Spiel­ten hier verborgene vaterländische Gefühle eine Rolle oder das Bedürfnis, sich bei der Lagerführung beliebt zu machen? Ich bilde mir ein, genügend Kenntnis von der Häftlingspsyche zu besitzen, um sagen zu dürfen, daß keiner der hier in Frage gestellten Gründe maßgebend war für den Entschluß zur Teilnahme. Was viele politische Häftlinge und nicht die schlechtesten- veranlaßte, die Suchaktion mitzumachen, war der sich auch in anderen gefährlichen Situationen bekundende Geist der Unbeugsamkeit und Furchtlosigkeit. Diese Menschen hatten längst erkannt, daß allein durch die Haltung, von der ich bereits gesprochen habe, der Lagerführung ein gewisser Respekt abgetrotzt werden konnte, ein Respekt, der sich nicht auf den einzelnen bezog, den wir alle aber für unseren inne­ren, seelischen und geistigen Kampf gegen das Regime be­nötigten, da in ihm doch so etwas wie eine stille Kapitulation, eine gewisse Schwäche eingeschlossen war. Wenn der Kom­mandant Baranowsky oder irgendein anderer Quälgeist, nach­dem er einen Häftling eine Stunde lang an den Pfahl hatte hängen lassen, ohne auch nur das geringste Geständnis zu erpressen, etwas resigniert oder verwundert den Kopf schüt­

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