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ferner Fachliteratur aller Art und eine besonders reichhaltige Sammlung von Reisebeschreibungen, das alles waren Schätze, zu deren Bergung die kargen Stunden meiner Freizeit nicht ausreichten. Erst später, als es mir Edgar Bennert ermöglichte, die Bücherei auch noch abends, ja bis in die tiefe Nacht hinein zu benutzen, konnte ich meinen Lesehunger, der niemals so groß war wie in jener Zeit, voll und ganz befriedigen. Hier bildete sich auch bald ein Kreis von gleichgestimmten Naturen, die, vom Zauber des Buches gelockt, gerne einige Stunden ihres Schlafes opferten, um in den neutralen Bezirken dieser durch keine Lagervorschrift begrenzbaren Welt ihre Gedanken auszutauschen. Ich vergesse die anregenden und fördernden Gespräche nicht, die wir hier mit dem Bonner Philosophieprofessor Johannes Verweyen führten, einem Mann, dessen komplizierten Charakter die absurden Lagerverhältnisse mitunter in ein schiefes und falsches Licht rückten. Ich habe die innere Haltung und unbeirrbare Geisteskraft dieses Mannes immer bewundert und erst in diesen Tagen mit tiefer Erschütterung in einer Tageszeitung gelesen, daß er mit zu den Opfern jener Bestie Kramer gehört, die im Lager BergenBelsen kurz vor Beendigung des Krieges hingeschlachtet worden waren.
Ich wäre glücklich, wenn es mir gelänge, die Wirkung, die durch die Darstellung düsterer Vorfälle erzeugt wird, durch die Schilderung freundlicherer Begebenheiten etwas abzuschwächen. Der Stoff, aus dem dieses Buch gebildet wurde, bietet ohnehin wenig Erfreuliches. Aber ich halte es für unmöglich, stets nur in schwarzen Farben zu malen; das Bild, das dadurch zustande käme, wäre des Betrachtens nicht wert, auch hätte ich keine Lust, es zu malen. Vielleicht unterscheiden sich meine Aufzeichnungen in diesem Punkt von anderen Darstellungen des gleichen Stoffes, vielleicht macht man mir diese Neigung, gelegentlich auch einmal einen Lichtblick zu geben, zum Vorwurf. Gibt es doch Menschen, die sich durch den Umstand, daß es solche Lichtblicke überhaupt gegeben hat,
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