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Block 23,
Klinkerwerk und Kayser- Kommando
Die Zustände und das Leben auf den Blocks, die nun unsere Heimstätten wurden, ließen mir keine Zeit zu spekulativen Gedanken. Ein buntes Gemisch von Angehörigen fast aller europäischen Nationen, die Turbulenz ihrer Bewegungen und die Notwendigkeit der Wahrung des eigenen Existenzrechts beeinträchtigten jede persönliche Regung. Wir aßen, wir tranken, wir schliefen, recht viel mehr konnten wir nicht tun; es war das Notwendigste, aber auch das Wichtigste. Wir aßen Kartoffelsuppe und Schwarzbrot, wir tranken eine bittere schwarze Brühe, die man Kaffee nannte, wir schliefen in unseren schmalen Eisenbetten den schweren bleiernen Schlaf der Entrechteten. In den arbeitsfreien Stunden waren nur wenige im Tag spielten wir wohl auch einmal Schach oder lasen in alten abgegriffenen Bänden illustrierter Zeitschriften; als„ Zugänge" hatten wir keinen Anspruch auf die Benutzung der Lagerbücherei erst nach Ablauf eines Jahres konnte man damit rechnen, ein Buch zu erhalten. Als Zugang hatte man überhaupt keine Rechte, dafür um so mehr Pflichten, wobei man fortgesetzt zu allerlei Nebenarbeiten, wie Flur- und Klosettreinigen, Fensterputzen und Strohsackstopfen, herangezogen wurde.
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Der Vorstand des Blocks, der Blockälteste, überwachte jeden unserer Schritte, immer geneigt, uns zu tadeln oder uns fühlen zu lassen, daß wir noch lange nicht zu den„ ,, Arrivierten" gehörten. Gleichviel welche Rolle man draußen im freien Leben gespielt hatte, ob man Generaldirektor war und eine Armee von Angestellten befehligte, oder Universitätsprofessor, gewohnt über gewisse Dinge des Lebens eine eigene Ansicht zu haben hier galt man nichts, war ein Stein unter Steinen und verstieß gegen den Gemeinschaftsgeist oder die Blockordnung, falls man sich einmal dazu hinreißen lassen
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