Er
BEE
PER
ERIEBE
EREETEREHRITEN
Nacht vom 13. auf den 14. November 1943 programmäßig ab, und die Ehre der SS war gerettet. Natürlich mußten für den Brand Schuldige gefunden werden— und diese Schuldigen waren eben die in der Kammer beschäftigten Häftlinge. Da keiner die Schuld freiwillig auf sich nehmen wollte, entstand ein„Zweifelsfall“, und sämtliche Angehörigen des Häftlings- kommandos kamen an den Pfahl. Fünfzehn völlig unschul- digen Menschen wurden auf die oben geschilderte Art die Arme ausgerenkt, die Muskeln zerrissen und weitere, sich oft erst später einstellende Leiden zugefügt. Als ich Hubert M. nach diesem Vorgang aufsuchte, sah ich nur ein zuckendes Bündel, einen an Leib und Seele gebrochenen Menschen vor mir, einen leichenblassen, zerquälten Menschen, in dessen Augen alles Licht erloschen war und der mit weh und. wild über die Platte des Tisches geworfenen Armen von Konvul- sionen geschüttelt wurde.
Das war der Pfahl! Das Golgatha des Schutzhäftlings; Aus- geburt einer Phantasie, die im normalen Leben nur Kolpor- tageromane erzeugt und die man einem Karl May gelegent- lich übelnahm. Aber in dieser Übertreibung des Schrecklichen lag der Garant des Unglaubwürdigen. Ein intelligenter SS- Mann sagte mir einmal im Hinblick auf diese Methoden: „Indem man die Maßnahmen ins Unglaubwürdige steigert, schafft man sich eine größere Sicherheit als durch Verord- nungen oder Verbote. Meiner Ansicht nach könnten die Häftlinge ruhig erzählen, was sie gesehen haben— es würde ihnen jedenfalls doch niemand glauben!“ Der Mann hatte vollkommen recht.
Aber ich begriff damals auch, daß Goethe und Schopenhauer , Martin Luther und Bach, Erasmus und sämtliche Humanisten umsonst gelebt hatten.
Es war eine bittere Erkenntnis. Ein plötzliches Versagen aller geistigen Hilfsmittel, die dem Leben eines Menschen Würde und Rückhalt verleihen.
Ich glaubte nicht mehr daran, daß die Menschheit auch nur einen jener Pinselstriche wert war, mit denen Albrecht Alt- dorfer seine Alexanderschlacht gemalt hatte,
nem a en een


