Druckschrift 
Nacht und Nebel : ein Sachsenhausen-Buch / Arnold Weiss-Rüthel
Entstehung
Seite
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Herr Grimm, jedoch nicht fand, waren meine seit vielen Jah­ren mit großer Sorgfalt geführten Tagebücher, die in einem schwer zugänglichen Zwischenfach meines Bücherschrankes verborgen waren. Die Folge dieser neuen Fahndungsaktion war zunächst ein über meine schriftstellerische Tätigkeit ver­hängtes Arbeitsverbot. Ich durfte nichts mehr veröffentlichen, es sei denn, die Reichsschrifttumskammer erklärte sich bereit, mich als ihr Mitglied anzuerkennen. Daß genanntes Institut dies nicht tun würde, stand für mich fest. Dafür sorgte schon der Vorsitzende der Ortsgruppe München des Reichsverbandes der Deutschen Presse, der Rechtsanwalt Dr. Held, der als treuer Diener seiner Partei den über mich verhängten Boykott nach besten Kräften sanktionierte. Außerdem erhielt ich wenige Tage nach dem Besuch des Gestapobeamten eine nicht miẞzuverstehende Einladung" in die Geschäftsstelle der Ge­heimen Staatspolizei, die sich im ehemaligen Stadtschloß Kö­nig Ludwigs III., dem sogenannten Wittelsbacher Palais an der Brienner Straße , befand. Hier, in einem Turmzimmer des 2. Stockwerks, eröffnete mir nun Herr Grimm, daß ich ver­dächtig sei, der Verfasser einer antifaschistischen Schrift ,, Der Schicksalsweg des deutschen Arbeiters" zu sein. Ich er­klärte, daß ich der Verfasser nicht sei. Da ich aber einen Beweis hierfür ebenso wenig erbringen konnte, als die Be­hörde einen Beweis für die Richtigkeit ihrer Anschuldigung, ließ man diesen Punkt zunächst offen und legte mir dafür eine Reihe anderer Vergehen zur Last; so unter anderen, daß ich im Jahre 1929, also vier Jahre vor Hitlers Machtantritt, eine Spende in Höhe von 50 deutschen Reichspfennigen für die antifaschistische Eiserne Front" gemacht hatte. Da mein Name in der sich im Besitze der Gestapo befindlichen Spen­derliste unmittelbar hinter dem des ehemaligen sozialdemo­kratischen Vizepräsidenten des bayrischen Landtags, Erhard Auer , stand, gewann die Sache offensichtlich an Tiefe und Belastungsschwere.

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Man könne mich zwar- so sagte der das Verhör führende Herr Grimm für diese Stiftung an sich nicht mehr ver­antwortlich machen, da sie längere Zeit vor Hitlers Macht­antritt erfolgt sei, aber die Tatsache, daß ich einer den

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