Kommunist und als solcher ein Staatsfeind und Hochverräter sei. Man schickte mir ferner ohne Angabe eines Absenders verbotene Druckschriften und Ausschnitte aus im Reich verbotenen Zeitungen in die Wohnung und in die Redaktion, erwartend, ich würde dieselben in meinem Schreibtisch verbergen oder zu irgendeinem propagandistischen Zweck gebrauchen. Ich trug sie aber, so wie ich sie erhalten hatte, höchst persönlich auf die Polizei und vereitelte damit die Absicht ihrer Absender. Nun führte die Behörde bei mir eine Haussuchung durch; der Erfolg war gleich Null. Man beschlagnahmte lediglich niemals werde ich den Sinn dieser Maßnahme begreifen einen Band von Springers Kunstgeschichte und einige Handzeichnungen eines Freundes und Mitarbeiters. Was immer aber auch für einen Sinn oder Zweck dieser Vorgang haben sollte, eines erreichte man damit auf alle Fälle; ich wurde allmählich zu einer behördlicherseits hinreichend bekannten und verdächtigen Person und war damit der Gefahrenzone des Konzentrationslagers bedenklich nahe gerückt.
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Aber nicht nur in der Herbeischaffung derartigen konkreten Materials, dessen Beweiskraft mich irgendwann einmal zu Fall bringen mußte, leistete die Behörde Großes, auch mein Privatleben mußte sich Eingriffe gefallen lassen, die das Maß jedes bis dahin bekannten Polizeirechts überschritten. Die„ Zerrüttung meiner familiären Verhältnisse", womit man auf die im Jahre 1937 erfolgte Scheidung meiner Ehe anspielte, lieferte einen neuen Vorwand zur Intensivierung der polizeilichen Arbeit. Aus mancher Not und manchem verwirrenden Leid, das dem Menschen aus einer seelischen Katastrophe erwächst, konstruierte man nun auch in dieser Richtung ein System von Beschuldigungen, das dem Bild, welches man von mir haben wollte, den entsprechenden Rahmen verlieh. Ohne die mindeste Rücksicht auf die Zurückhaltung des Mannes, die einen in solchen Fällen zum Schweigen verurteilt, wurde hier Privates und Allerpersönlichstes zum Gegenstand staatspolizeilicher Erhebungen und Erörterungen gemacht. Das für mich so Nachteilige daran war, daß der Abscheu vor diesem widerlichen Treiben, das jeder sach
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