Erzählung„ Musketier Reue" in die im Jahre 1929 bei Gustav Kiepenheuer erschienene Anthologie„ 24 Neue Deutsche Erzähler", in der sich u. a. auch Beiträge von Ernst Toller und Marie Luise Fleißer befanden, meine Beziehungen zum Mitarbeiterkreis der sozialdemokratischen ,, Münchener Post" und schließlich die Aufforderung des Leiters der Berliner Hochschule für Musik, Prof. Schünemann, zur Mitwirkung an der Gestaltung und Herausgabe eines republikanischen Jugendliederbuches hatten mich der Staatsfeindschaft im Sinne der Nationalsozialisten verdächtig gemacht. Später, als Hitler endlich, von der Greisenhand des Marschalls und Präsidenten Hindenburg gegängelt, die letzten Stufen des so heiß erstrebten Thrones erklommen hatte und die Partei dadurch in den Besitz aller Machtmittel gelangte, bekam auch ich die Unerbittlichkeit und die vom Pathos parteiamtlicher Ethik getragene Rachsucht der neuen Herren zu spüren.
Den Anfang in der Reihe der mir zur Last gelegten Vergehen bildete ein Gedicht von mir, das irgendwann einmal in der ,, Weltbühne " erschienen war und das im Jahre 1934 plötzlich in einer in Prag herausgegebenen Anthologie„ Lieder der Emigranten" auftauchte. Wie es da hineingeriet, weiß ich heute noch nicht; jedenfalls hatte mir der Mann, der mir diese Ehre erwies, dadurch einige Schwierigkeiten bereitet, denn die im Münchener Zentralverlag der Partei erscheinende Wochenschrift ,, Die Bewegung"( ein Organ des nationalsozialistischen Studentenbundes) apostrophierte das„ Ereignis" und fragte an, wie es möglich sei, daß von einem nicht in der Emigration, sondern greifbar in München lebenden Schriftsteller ein Gedicht in einer Emigranten- Anthologie erscheinen konnte. Da mir der Vorgang selbst nicht bekannt war und Stillschweigen unfehlbar der Anlaß zu weiteren Fahndungen geworden wäre, blieb mir nichts anderes übrig, als der„ Bewegung" mitzuteilen, daß ich keinen Teil habe an der Herausgabe jener Sammlung; ein Umstand, der freilich nichts an der Tatsache meiner Verfasserschaft änderte. Immerhin, die ,, Bewegung" druckte meine Erklärung ab und die Angelegenheit schien damit erledigt. Ja, mehr als das! Die Redaktion der ,, Bewegung" fand sich aus irgendwelchen Gründen plötz
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