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Das war Buchenwald! : ein Tatsachenbericht / herausgegeben von der Kommunistischen Partei Deutschlands, Stadt und Kreis Leipzig ; zusammengestellt und bearbeitet von Rudi Jahn
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Entwarnung ertönt war. Für 16 Uhr wurden die Blockführer durch den Lautsprecher ans Tor gerufen. Unter Führung der bereits seit Jahren rühmlichst bekannten SS- Unterscharführer Schramm und Bliech knüppelte die faschistische Gangsterbande weitere 4800 Häftlinge ver­schiedener Nationen aus dem Lager.

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Montag, der 9. April, war der Tag des längsten Fliegeralarms. Zwei­mal heulte die Sirene, erst nach neun Stunden Luftalarm wurde ent­warnt. Wieder war ein Tag für Tausende gewonnen. 30 Stunden vor­her sollte bereits das ganze Lager geräumt sein, und immer noch waren 30000 Häftlinge im Lager. Die Amerikaner hatten bereits Saalfeld ge­nommen. ,, Hoffentlich ist der Kessel bald zu, dann fällt die Evakuie­rung weg... so dachte man im Lager. Wir waren uns darüber klar, daß die Faschisten nicht mit Musik abziehen würden. Ein neues Ver­brechen zum Abschluß wurde erwartet. Schon seit Tagen waren unsere illegal bewaffneten internationalen Widerstandsgruppen in Alarm­bereitschaft. An Schlafen dachte niemand. Während des Abtranspor­tes erschienen sechs Jabos und beschossen im Sturzflug Ziele unmittel­bar östlich des Lagers hinter dem Ettersberg. Die Evakuierungsmaß­nahmen der Buchenwalder SS waren also schon zur Kenntnis der alliierten Streitkräfte gekommen, und man hoffte, daß nun das Lager unter verschärfter Kontrolle der amerikanischen Luftwaffe gehalten würde.

Am Dienstag, dem 10. April, erschienen bereits 7 Uhr morgens die ersten Aufklärer am wolkenlosen Himmel. Es mußte also von oben wieder leichter zu kämpfen sein, und unsere Hoffnung wuchs. Sehn­süchtig schauten Tausende nach oben, denn von dort erwarteten sie die erste Hilfe. Alle Möglichkeiten wurden erwogen und die entspre­chenden Vorbereitungen getroffen. Nur wenige Waffen waren vorhan­den; was noch gebraucht wurde, erwartete man aus der Luft.

An jenem Dienstagmorgen fiel ein aus einem Flugzeug abgeworfener Sack in das Lager. Er enthielt leider nur einen Benzinkanister. SS stürzte ins Lager, denn sie vermutete Waffenabwurf. Da sie nichts fand, gab es lange Gesichter.

Um 9 Uhr wurden der 1. Lager älteste und der Blockälteste von Block 1 zum Rapportführer gerufen. ,, Das Lager wird heute restlos evakuiert. Um 11 Uhr gehen die russischen Kriegsgefangenen in einem Sondertransport ab, dann folgen alle übrigen Häftlinge zu 4000 Mann in Abständen von je zwei Stunden..." Damit wäre also unsere Schlacht verloren gewesen, aber wir gaben die Hoffnung nicht

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