Druckschrift 
Das war Buchenwald! : ein Tatsachenbericht / herausgegeben von der Kommunistischen Partei Deutschlands, Stadt und Kreis Leipzig ; zusammengestellt und bearbeitet von Rudi Jahn
Entstehung
Seite
109
Einzelbild herunterladen

e des er­

B, einen

bindung

wurde er so weit zustellen.

Flieger­ent noch

Himmel hen Flie­kältesten ersönlich Uhr muß Hen, kam

meter vor liebenen usdruck: krophon:

h. In den eitschaft.

er Wagen Baracken gelegenen eute nicht nhaftier­r Evaku­and Bom­Tag noch

nausgabe

e Evaku­

og sie aus nholte er ei wieder

Luierungs­Aber in­n einziger gefordert, meldete

sich niemand. Die Spannung stieg. Der Kommandant erklärte nun, er gebe noch zur Essenausgabe Zeit, und wenn dann die Blocks nicht zur Evakuierung aufmarschieren würden, werde er mit anderen Mitteln auf die Durchführung des Befehls dringen. Die sogenannten ,, Mittel" der Nazis waren bekannt. Aber auch die Drohung damit half nichts.

Um 14 Uhr bewegten sich lange, schwerbewaffnete Kolonnen der SS von den Kasernen zum Lager. Sie marschierten durch das Eingangs­tor, stellten sogleich zwei Maschinengewehre auf und sperrten den Appellplatz ab. Eine andere Gruppe von SS - Leuten, die Blockführer, etwa 30 Mann stark, drangen mit entsicherter Pistole und mit Knüp­peln bewaffnet, in die Blocks ein, schlugen die Häftlinge hinaus, mit einem Wort, sie wüteten wie in ihren besten Tagen. Auf dem Appell­platz wurden die Herausgejagten sofort durch besondere Kontroll­sperren der SS getrieben und außerhalb des Häftlingslagers formiert. In einer einzigen Stunde wurden auf diese Weise 9600 Häftlinge eva­kuiert. Die Hälfte davon ging sofort nach dem Weimarer Bahnhof ab, die anderen erwarteten ihren Abtransport unter freiem Himmel auf dem DAW.- Gelände. Dort wüteten die ,, Schwarzen"( schwarz unifor­mierte ukrainische SS- Leute). Um 15 Uhr rückte die ins Lager ge­schickte SS wieder ab.

Am Montagmorgen um 8 Uhr erschienen bereits zwei amerikanische Aufklärer über dem Lager. Die Sirene blieb stumm. 90 Minuten später wurde Alarm gegeben und die wenigen ausgerückten Arbeitskommandos waren kaum zurück, da detonierte es schon in ziemlicher Nähe des Ettersberges. Vielleicht waren die amerikanischen Vorhuten doch schon näher als wir wußten und glaubten? Mittlerweile rückte die ominöse elfte Tagesstunde heran. Um diese Zeit wurde der Lagerälte­ste zur Lagerführung gerufen, um die Befehle zu empfangen. Es wurde ihm erklärt, daß, um Plünderungen und Ausschreitungen zu verhin­dern, alle unsicheren und gefährlichen Elemente aus dem Block her­ausgelöst und zum Abtransport auf dem DAW.- Gelände bereitgehalten werden sollen. Das illegale, internationale Komitee des Lagers hatte in der Zwischenzeit zur neuen Lage Stellung genommen. Die führenden Häftlinge der verschiedenen Nationen waren zur Überzeugung gekom­men, daß, wenngleich unsere Chancen immer geringer wurden, die Po­litik der Sabotage und des Widerstandes gegen eine Evakuierung fort­gesetzt werden müsse. So dauerte es wiederum Stunden, bis die ver­langten Häftlinge in die Klauen der SS- Verbrecher gelangten. Um 15.30 Uhr wurde ein zweiter Flieger alarm gegeben, obwohl vorher keine

109