Druckschrift 
"Häftling ... X ... in der Hölle auf Erden!" / Udo Dietmar
Entstehung
Seite
140
Einzelbild herunterladen

und das Lager umschlossen hielt, arbeiteten sich einzelne Trupps an unsere Peiniger heran. Einige Kameraden, mit isolierten Drahtscheren bewaffnet, hatten die Aufgabe, den mit mehreren tausend Volt geladenen Stacheldraht- zaun zu durchschneiden.

Maschinengewehre hackten, Handgranaten zerplagten, Geschoßgarben prassel- ten immer wieder, und in nächster Nähe das Brummen der Sherman-Panzer, die an Buchenwald vorbeifuhren.

Der Turmgürtel, der das untere Lager umschloß, war bereits freigelegt. Die SS, die nicht mehr flüchten konnte und sich uns ergab, wurde gefangen- genommen. Einzelne andere, deren Geschoßgarben uns den Tod bringen sollten, wurden im Kampf niedergemacht.

Der erste Trupp von achtundfünfzig gefangener SS stand da mit erhobenen Händen und wurde entwaffnet. Kalkweiß, mit schlotternden Knien erwarteten sie das gleiche Schicksal, das sie Millionen von uns in grausamster Weise bereitet hatten. Jegt würde, so glaubten sie, die Vergeltung über sie herein- brechen und sie alle in Grund und Boden stampfen.

Aber keiner von uns legte Hand an sie......

Sie wurden abgeführt, um einem gerechten Urteil ausgeliefert zu werden. Das SS-Lager selbst und die Umgebung von Buchenwald wurden syste- matisch durchgekämmt und viele Gefangene eingebracht. Die Türme, die mit MGs bestückt waren, auf denen noch vor wenigen Minuten die SS als Ewige Wache stand, wurden von unseren Leuten besetzt. Auf dem Haupt- turm wehte die weiße Fahne. Am Eingangstor des Konzentrationslagers Buchenwald zog eine Abteilung ehemaliger Häftlinge als Wache auf. Der ung jahrelang umschließende Stacheldraht war an mehreren Stellen durch- schnitten.

Wirwarenfrei!

Einige Stunden danach rollte der erste amerikanische Panzer ins Lager Buchenwald . Der Offizier war überrascht, uns völlig befreit zu finden und erstaunte noch mehr, als er vernahm, daß wir uns beim Herannahen der alliierten Truppen selbst befreit hatten. Er verkündete dann im Namen der alliierten Mächte unsere Freiheit und dankte für die hier angetroflene Disziplin.

Freiheit!!!

Gibt es eigentlich in der ganzen Welt etwas Schöneres, etwas Herrlicheres, etwas Erhabeneres als die Freiheit?

Da standen sie, die noch stark auf den Beinen waren und im Lager herum laufen konnten, umhalsten sich, drückten sich immer wieder die Hände und versicherten sich wiederholt, daß sie frei wären. Frei, erlöst endlich erlöst von all dem Furchtbaren, Grausamen, das sie erleben mußten. Viele weinten vor Freude wie Kinder.

Ich selbst konnte nicht so froh werden. Auf mir lastete der seelische Druck noch zu stark. Ich empfand die erste Stunde der Freiheit als etwas Unaus- sprechliches, Großes, das nichtallein über uns, sondern über alle gequälte

140

gebr grif eine Der

sofo und

den

würc Das

Frei man sond wor! Wa: war näc mal zus!

Als

We, Auf Nan